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Die Gesellschaft der Menschen

Ihre Entstehung, Funktionsweisen und Zukunftsperspektive- Eine energetische Gesellschaftstheorie

Dietrich Droste

In seinem neuen Buch vermittelt der Autor mit historisch-soziologischem und zugleich naturwissenschaftlichem Zugriff die grundlegenden Funktionsweisen menschlichen Gesellschaftslebens. Dessen Entstehung und Funktionieren führt er an konkreten Beispielen aus Frühgeschichte, Geschichte und Gegenwart auf die zugrunde liegende Notwendigkeit dauernden Energieerwerbs aus der jeweiligen Umwelt des Menschen zurück. Wie dieser Energieerwerb in zunehmend naturfernem, einvernehmlichem Gütertausch erreicht wird, zeigt er an Beispielen gesellschaftlichen Lebens wie Freundschaft, Ehe, Nachbarschaft, Geselligkeit, Spiel, Sport, Religion, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik in seiner innovativen Gesamtschau interdisziplinär auf.
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9 Die Systemfrage

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Angesichts der dynamischen Veränderungen und der Komplexität moderner Gesellschaften haben sich führende Soziologen insbesondere um die Offenlegung von deren Funktionsprinzipien bemüht. Die entsprechenden Forschungen von Talcott Parsons und Niklas Luhmann, die besonders viel Beachtung gefunden haben, führten zu Ergebnissen, die einerseits relativ kompliziert geblieben sind und vor allem hinsichtlich der Bildung und des Zusammenhalts menschlicher Gesellschaften kein überzeugendes Erklärungskonzept bieten. Luhmanns entsprechendes Schlusswerk „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ haben wir deshalb bereits kritisiert. Parsons hatte schon Jahrzehnte vor Luhmann eine Gesellschaftstheorie vorgelegt1, die unter dem Begriff der Adaption die Grundfunktion menschlicher Gesellschaften außenorientiert als Austauschprozess mit deren natürlicher Umwelt beschrieb, in welchem das jeweilige Gesellschaftssystem mit der nötigen Lebensenergie versorgt werde. Anschließend gelang es Parsons aber nicht, dessen internes Funktionieren und generelles Zusammenhalten aus dem gleichen interaktiven Versorgungsprinzip heraus zu erklären. Die Zielfindung für bewusstes Handeln der Gesellschaftsmitglieder, nach Parsons Terminologie ihr Goal Attainment, weiterhin ihre Integration in das Sozialsystem sowie die Erhaltung der gesellschaftlichen Verhaltensmuster durch ein Kultursystem bleiben so in seinem Gesellschaftsmodell unverbunden und ohne erkennbare Entstehungserläuterung.

Dies erklärt sich zum einen wohl damit, dass Parsons den Energiebegriff, den er für die Versorgung der Gesellschaft als ganzer im Austausch mit ihrer natürlichen Umwelt noch verwendet, im Folgenden fallen ließ, vielleicht, weil ihm die psychologische und mentale Dimension der Energie nicht bekannt war. Außerdem ist ihm offensichtlich entgangen, dass die Mitglieder gerade der austauschintensiven modernen Gesellschaften ihren lebenswichtigen Energiebedarf vor allem...

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