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Die Gesellschaft der Menschen

Ihre Entstehung, Funktionsweisen und Zukunftsperspektive- Eine energetische Gesellschaftstheorie

Dietrich Droste

In seinem neuen Buch vermittelt der Autor mit historisch-soziologischem und zugleich naturwissenschaftlichem Zugriff die grundlegenden Funktionsweisen menschlichen Gesellschaftslebens. Dessen Entstehung und Funktionieren führt er an konkreten Beispielen aus Frühgeschichte, Geschichte und Gegenwart auf die zugrunde liegende Notwendigkeit dauernden Energieerwerbs aus der jeweiligen Umwelt des Menschen zurück. Wie dieser Energieerwerb in zunehmend naturfernem, einvernehmlichem Gütertausch erreicht wird, zeigt er an Beispielen gesellschaftlichen Lebens wie Freundschaft, Ehe, Nachbarschaft, Geselligkeit, Spiel, Sport, Religion, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik in seiner innovativen Gesamtschau interdisziplinär auf.
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18 Kriminalität

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Kriminalität könnte zunächst als etwas nicht zur Menschengesellschaft Gehöriges, dieser geradezu Entgegengesetztes eingeschätzt und damit von unserer Betrachtung Auszuschließendes gesehen werden. Dem hat aber bereits der mehrfach genannte Soziologe Émile Durkheim frühzeitig widersprochen und Kriminalität als etwas Normales, zu jeder Gesellschaft Gehörendes schon deshalb bezeichnet, weil nur durch ihre Bestrafung die Regeln der Gesellschaft erkennbar würden.1 Diesem etwas theoretischen Argument ist ein mit der in den Kapiteln 2 und 3 dargestellten Entstehung der Menschengesellschaft und der totemistischen Religion gegebenes an die Seite zu stellen: Die grundsätzliche Trennung der menschlichen von verwandten Tiergesellschaften erfolgte, wie dort erläutert, durch Tabuisierung natürlicher triebgebundener sexueller und gewalttätiger Verhaltensweisen, die mit ihrer bewusstseinsmäßigen Ablehnung aber nicht aus den menschlichen Genen getilgt waren und deshalb als dauernde ,Versuchung‘ und bleibendes Erbe jede Menschengesellschaft begleiten und herausfordern. Insofern kommt diese nicht umhin, mit den im vorigen Kapitel dargestellten öffentlichen Einrichtungen dauernd präsent und tätig zu sein, um jener dauernden Versuchung entgegenzuarbeiten und damit die Menschengesellschaft als solche vor ihrem immer drohenden Rückfall in tierische Verhaltensweisen zu bewahren.

Diese ihre Aufgabe ist inzwischen deshalb besonders komplex und schwierig geworden, weil unzureichend sozialisierte menschliche Individuen, die, dem allgemeinen Trieb aller Lebewesen folgend, erwünschte Ziele und Bedürfnisse auf dem energiesparend kürzesten Weg anstreben, jene religiös-moralischen Tabus und in entwickelten Gesellschaften zu Gesetzen geronnenen Verbote oft geradezu zwanghaft zu durchbrechen suchen und dies mit dem inzwischen breiten...

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