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Die Gesellschaft der Menschen

Ihre Entstehung, Funktionsweisen und Zukunftsperspektive- Eine energetische Gesellschaftstheorie

Dietrich Droste

In seinem neuen Buch vermittelt der Autor mit historisch-soziologischem und zugleich naturwissenschaftlichem Zugriff die grundlegenden Funktionsweisen menschlichen Gesellschaftslebens. Dessen Entstehung und Funktionieren führt er an konkreten Beispielen aus Frühgeschichte, Geschichte und Gegenwart auf die zugrunde liegende Notwendigkeit dauernden Energieerwerbs aus der jeweiligen Umwelt des Menschen zurück. Wie dieser Energieerwerb in zunehmend naturfernem, einvernehmlichem Gütertausch erreicht wird, zeigt er an Beispielen gesellschaftlichen Lebens wie Freundschaft, Ehe, Nachbarschaft, Geselligkeit, Spiel, Sport, Religion, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik in seiner innovativen Gesamtschau interdisziplinär auf.
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20 Die Wirtschaft als gesellschaftlicher Energielieferant und internationaler Friedensstifter

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Anfänge menschlichen Wirtschaftens sind, wie in Kapitel 2 gezeigt, aus den ergrabenen Spuren der Neolithischen Revolution im Fruchtbaren Halbmond des nördlichen Mesopotamien nachgewiesen worden. Bei dem anatolischen Dorf Hacilar konnte, wie erläutert, der britische Archäologe James Melaart den Zusammenschluss dreier bäuerlicher Familien zu einer durch einen gemeinsamen Schutzwall vor räuberischen Angriffen abgeschirmten Siedlung nachweisen, die getrennt wohnten und getrennte Küchen hatten, aber innerhalb des Schutzwalls auch gemeinsame Einrichtungen unterhielten. Der Nachweis der drei Küchen zeigt, dass die drei Familien keinen Kommunismus betrieben, sondern, was die Nahrungszubereitung und gewiss auch die Einnahme der Mahlzeiten betraf, eigenständig wirtschafteten. Die Vorratshaltung an Vieh, Getreide und Wasser sowie die Herstellung der für landwirtschaftliche Erträge und Speisen nötigen Behältnisse wie Körbe, Töpfe, Krüge, Becher Schüsseln und Teller wurden dagegen in den gemeinsamen Einrichtungen eines Viehhofs, einer Scheune, eines Brunnens, einer Korbflechterei und einer Keramik-Werkstatt vorgehalten bzw. verrichtet. Fragt man nach den Gründen für diese teils familiäre, teils gesellschaftliche Wirtschaftsordnung, ergeben sich folgende plausible Antworten: Die drei Familien wollten im Intimbereich des Wohnens und Essens ,für sich‘ bleiben, zumal sie vor der nur zu gemeinsamem Schutz vor Überfällen errichteten Gemeinschaftssiedlung zweifellos auf getrennten Höfen ebenfalls für sich gelebt und gewirtschaftet hatten. Dass sie die nach wie vor weiterhin benötigten Vorrats- und Handwerkseinrichtungen nicht ebenfalls getrennt anlegten, folgte offensichtlich dem Wirtschaftlichkeitskalkül einer dadurch erheblichen Einsparung an Bauarbeiten und Materialbeschaffung für...

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