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Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten nach HGB und IFRS

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Frank Angermann

Der Autor untersucht die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten (Insurance-Linked Securities, Insurance Derivatives, Contingent Capital) nach HGB und IFRS (unter Berücksichtigung des Standardentwurfs für Versicherungsverträge ED/2013/7) und veranschaulicht die Bilanzierungsvorschriften mit Buchungsbeispielen. Er würdigt die Bilanzierungsvorschriften im Hinblick auf ihren Beitrag zu tatsachengetreuen und entscheidungsrelevanten Jahresabschlussinformationen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Da Alternative Risikotransferinstrumente sowohl Merkmale von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten aufweisen, ist die Frage der Klassifizierung der Transaktion als Rückversicherung oder Finanzinstrument von entscheidender Bedeutung für die Bilanzierung.
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1 Einleitung

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1.1 Problemstellung

Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten stellt angesichts der zunehmenden Bedeutung von nicht traditionellen Risikotransferlösungen für den Rückversicherungsmarkt und ihrer komplexen Ausgestaltungsmöglichkeiten bei gleichzeitig relativ geringer Regelungsspezifität der nationalen und internationalen Rechnungslegungsnormen eine Herausforderung für Erst- und Rückversicherungsunternehmen dar. In Abhängigkeit von ihrer Ausgestaltung vereinigen diese Risikotransferlösungen in sich sowohl Charakteristika von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten. Für in Deutschland ansässige Erst- und Rückversicherungsunternehmen sind neben den für den Einzelabschluss geltenden handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) auch die bei der Konzernabschlusserstellung zu beachtenden internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) von unmittelbarer Relevanz für die bilanzielle Abbildung von Alternativen Risikotransferinstrumenten. Da sich die handelsrechtlichen Vorschriften unter dem gegenwärtigen Versicherungsaufsichtsrecht auch auf die Ermittlung des Solvenzkapitals für Versicherungsunternehmen auswirken, hat die Bilanzierung Alternativer Risikotransferinstrumente auch Konsequenzen für die aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Trotz der zunehmenden Bedeutung von Alternativen Risikotransferinstrumenten, existiert keine einheitliche Definition des Begriffs „Alternativer Risikotransfer“. Nach einem weiten Begriffsverständnis umfasst er alle Instrumente, die nicht der traditionellen Rückversicherung zuzurechnen sind.1 Nach einem engen Begriffsverständnis, dem in dieser Arbeit gefolgt wird, beschreibt der Begriff eine risikopolitische Maßnahme, durch die Erst- und Rückversicherungsunternehmen versicherungstechnische Risiken auf Kapitalmarktteilnehmer transferieren, die dadurch zu Risikoträgern werden.2 Der Risikotransfer kann dabei durch Insurance-Linked Securities (Verbriefung von versicherungstechnischen Risiken durch die Emission von Anleihen), Insurance Derivatives (Derivateverträge, bei denen die Ausübung bzw. Erfüllung an einen versicherungstechnischen Basiswert gebunden ist)...

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