Show Less
Restricted access

Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten nach HGB und IFRS

Series:

Frank Angermann

Der Autor untersucht die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten (Insurance-Linked Securities, Insurance Derivatives, Contingent Capital) nach HGB und IFRS (unter Berücksichtigung des Standardentwurfs für Versicherungsverträge ED/2013/7) und veranschaulicht die Bilanzierungsvorschriften mit Buchungsbeispielen. Er würdigt die Bilanzierungsvorschriften im Hinblick auf ihren Beitrag zu tatsachengetreuen und entscheidungsrelevanten Jahresabschlussinformationen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Da Alternative Risikotransferinstrumente sowohl Merkmale von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten aufweisen, ist die Frage der Klassifizierung der Transaktion als Rückversicherung oder Finanzinstrument von entscheidender Bedeutung für die Bilanzierung.
Show Summary Details
Restricted access

3 Aufsichtsrechtliche Grundlagen des Alternativen Risikotransfers

Extract



3.1 Zulässigkeit des Einsatzes Alternativer Risikotransferinstrumente

Die Zulässigkeit des Einsatzes von Alternativen Risikotransferinstrumenten ist für Erstversicherungsunternehmen aus § 7 VAG und für Rückversicherungsunternehmen aus § 120 VAG abzuleiten. Da das Versicherungsaufsichtsrecht vorrangig das Ziel verfolgt, die Ansprüche der Versicherungsnehmer bzw. Zedenten zu schützen, orientiert sich die Frage der Zulässigkeit grundsätzlich daran, ob ihr Einsatz in deren Interesse ist.186 Die Zulässigkeit des Einsatzes Alternativer Risikotransfermaßnahmen darf dabei vermutet werden, wenn die Entscheidung zu der Transaktion von einem hinreichend informierten Vorstand getroffen wird, die Transaktion innerhalb der Grenzen der Satzung und des geltenden Rechts abgeschlossen wurde und ex ante dem Wohl der Versicherungsnehmer bzw. Zedenten dient.187

Erstversicherungsunternehmen dürfen neben Versicherungsgeschäften nur solche Geschäfte betreiben, die damit in unmittelbarem Zusammenhang stehen (§ 7 Abs. 2 S. 1 VAG) und somit kein versicherungsfremdes Geschäft darstellen. Ein solcher Zusammenhang wird grundsätzlich nur angenommen, wenn damit kein zusätzliches finanzielles Risiko verbunden ist (§ 7 Abs. 2 S. 4 VAG). Hintergrund dieser Regelung ist, dass eine Gefährdung der Leistungsansprüche der Versicherungsnehmer durch die Übernahme von Risiken, die nicht zwangsläufig mit dem Betrieb des Versicherungsgeschäfts verbunden sind, verhindert werden soll.188 Der Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten ist explizit jedoch nur gestattet, soweit es sich um Hilfsgeschäfte im Rahmen des Kapitalanlagemanagements zur Absicherung gegen Kurs- und Zinsänderungsrisiken aus vorhandenen Wertpapieren, zum zukünftigen Erwerb von Wertpapieren oder zur zusätzlichen Ertragserzielung aus vorhandenen Wertpapieren handelt...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.