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Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten nach HGB und IFRS

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Frank Angermann

Der Autor untersucht die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten (Insurance-Linked Securities, Insurance Derivatives, Contingent Capital) nach HGB und IFRS (unter Berücksichtigung des Standardentwurfs für Versicherungsverträge ED/2013/7) und veranschaulicht die Bilanzierungsvorschriften mit Buchungsbeispielen. Er würdigt die Bilanzierungsvorschriften im Hinblick auf ihren Beitrag zu tatsachengetreuen und entscheidungsrelevanten Jahresabschlussinformationen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Da Alternative Risikotransferinstrumente sowohl Merkmale von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten aufweisen, ist die Frage der Klassifizierung der Transaktion als Rückversicherung oder Finanzinstrument von entscheidender Bedeutung für die Bilanzierung.
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5 Bilanzierung von Insurance-Linked Securities

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5.1 Klassifizierung der Transaktion

Die Emission von Insurance-Linked Securities erfolgt im Regelfall in Form einer indirekten Emission über eine Versicherungszweckgesellschaft.412 Das Versicherungsunternehmen, als Sponsor der Transaktion, schließt dazu mit der Versicherungszweckgesellschaft einen Vertrag ab, der dem Versicherungsunternehmen bei Eintritt eines definierten Ereignisses Zahlungsmittelzuflüsse garantiert. Der Eintritt des Ereignisses kann dabei auf der Grundlage der tatsächlichen Schadenerfahrung des Versicherungsunternehmens (entschädigungsbezogener Trigger) oder davon unabhängig (nicht entschädigungsbezogener Trigger) definiert werden.413 Eine Bilanzierung der Transaktion als Rückversicherung kommt nach handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften nur bei Einsatz eines entschädigungsbezogenen Triggers in Betracht, da nur in diesem Fall eine Kompensation für die tatsächlichen Verluste und damit ein versicherbares Interesse des risikotransferierenden Unternehmens vorliegt. Neben der Entscheidung über die Wahl des Triggers ist für die Klassifizierung der Transaktion auch entscheidend, ob das Kapital und/oder die Zinszahlungen unter Risiko stehen (Principal at Risk bzw. Coupon at Risk) oder letztlich die Rückzahlung des Kapitals nur zeitverzögert erfolgt und Zinsen nur bis zum Eintritt des Schadenereignisses anfallen (Payment deferred Bond).414

Bei einer Ausgestaltung als Principal at Risk mit entschädigungsbezogenem Trigger erfolgt die Bilanzierung der Vertragsbeziehung zwischen Sponsor und Versicherungszweckgesellschaft nach HGB und IFRS als Rückversicherung, da eine eventuelle Entschädigungsleistung von der tatsächlichen Verlusterfahrung des risikotransferierenden Unternehmens, die aus dem Eintritt eines ungewissen zukünftigen Ereignisses resultiert, abhängt. Der die Leistungspflicht auslösende Trigger ist somit spezifisch für das risikotransferierende Unternehmen, so dass kein...

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