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Die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten nach HGB und IFRS

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Frank Angermann

Der Autor untersucht die Bilanzierung von Alternativen Risikotransferinstrumenten (Insurance-Linked Securities, Insurance Derivatives, Contingent Capital) nach HGB und IFRS (unter Berücksichtigung des Standardentwurfs für Versicherungsverträge ED/2013/7) und veranschaulicht die Bilanzierungsvorschriften mit Buchungsbeispielen. Er würdigt die Bilanzierungsvorschriften im Hinblick auf ihren Beitrag zu tatsachengetreuen und entscheidungsrelevanten Jahresabschlussinformationen und leitet Handlungsempfehlungen ab. Da Alternative Risikotransferinstrumente sowohl Merkmale von Rückversicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten aufweisen, ist die Frage der Klassifizierung der Transaktion als Rückversicherung oder Finanzinstrument von entscheidender Bedeutung für die Bilanzierung.
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6 Bilanzierung von Insurance Derivatives

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6.1 Klassifizierung der Transaktion

Insurance Derivatives entsprechen in ihrer Struktur derivativen Finanzinstrumenten, jedoch zeichnen sie sich durch einen versicherungstechnischen Basiswert aus. In Abhängigkeit von der Realisierung einer definierten Ausprägung des versicherungstechnischen Basiswerts kommt es zur wahlweisen oder verpflichtenden Erfüllung des Vertrags. Es lassen sich daher bedingte (Optionen, Industry Loss Warranties) und unbedingte Termingeschäfte (Forwards/Swaps, Futures) unterscheiden.659 Eine Bilanzierung als Rückversicherungsvertrag ist nur dann vorzunehmen, wenn signifikantes Versicherungsrisiko übertragen wird und mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein signifikanter Verlust zu erwarten ist. Insu- rance Derivatives werden i. d. R. jedoch mit einem nicht entschädigungsbezogenen Trigger verknüpft, so dass eine Qualifizierung als Rückversicherungsvertrag daran scheitert, dass es nicht zwingend zu einer Kompensation der tatsächlich erlittenen Verluste des Derivateerwerbers kommt und somit kein versicherbares Interesse vorliegt. Insofern transferieren Insurance Derivatives kein Versicherungsrisiko, sondern lediglich ein Finanzrisiko,660 so dass der Vertrag sowohl nach HGB als auch nach IFRS als derivatives Finanzinstrument zu bilanzieren ist. Ist die Transaktion so ausgestaltet, dass der Erwerber des Insurance Derivative sowohl einen tatsächlichen Verlust aus einem Ereignis erleiden muss (entschädigungsbezogener Trigger), zusätzlich sich jedoch auch der Wert einer definierten externen Variable realisieren muss (nicht entschädigungsbezogener Trigger), handelt es sich nach IFRS dabei wirtschaftlich betrachtet insgesamt um einen Rückversicherungsvertrag, sofern der aus dem Ereignis mit dem entschädigungsbezogenen Trigger resultierende Verlust signifikant und hinreichend wahrscheinlich ist (IFRS 4.IG4.2.19).661 Der entschädigungsbezogene Trigger wird dabei in der Regel so definiert, dass er ausgel...

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