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Kriminalisierung des ambulanten Gewerbes

Zigeuner- und Wandergewerbepolitik im späten Kaiserreich und in der Weimarer Republik

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Juliane Tatarinov

Das Buch behandelt aus akteurszentrierter Sicht Zigeuner- und Wandergewerbepolitik im Kaiserreich und in der Weimarer Republik im Raum Trier und Koblenz. Wer wurde unter dem Begriff «Zigeuner» verfolgt? Welche Antriebskräfte waren für die Verfolgung von «Zigeunern» vor dem Nationalsozialismus maßgebend? Nicht nur Konflikte und Schwierigkeiten der Verwaltung bei der Ausführung der sogenannten «Bekämpfung des Zigeunerunwesens» werden ausführlich behandelt, sondern die Betroffenen selbst als Akteure in den Blick genommen. Besonderes Augenmerk legt die Autorin darauf, dass die Zuschreibung weder an der Staatsangehörigkeit noch am äußeren Erscheinungsbild von Personen festgemacht wurde, sondern vielmehr Personen betraf, die prekären ambulanten Erwerbsformen nachgingen.
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Chris Meux, Musicalkomponist aus dem englischen Durham, sagte einmal bei einem Abendessen zu mir: „Arbeitet man über ‚Zigeuner‘, weiß jeder gleich, etwas dazu zu sagen und hat eine Vorstellung, worum es gehen soll. Fragt man aber genauer nach, wer sind denn eigentlich Zigeuner, steht man plötzlich vor einem sehr diffusem Berg von Vorstellungen, die alle nicht das Geheimnis fassen und erklären können.“ Chris sprach mir aus der Seele. So ging es mir bei diesem Thema all die Jahre. Weder die preußischen Beamten, noch die Kriminalisten und Anthropologen, die ich betrachtete, konnten erschließen, wer genau unter dem Begriff zu fassen ist. Viele historische Prozesse spielten in die Entstehung eines Begriffsverständnisses hinein, das ein Höchstmaß an Exklusion generierte. Das Konzept des Trierer Sonderforschungsbereichs „Fremdheit und Armut“ half mir, den Blick weg vom bloßen Fremdheitsgedanken zu lenken und mich auch der Armutskomponente dieses Begriffes zuzuwenden, die bisher in der Forschung vernachlässigt wurde. Ich denke und hoffe das ergibt eine neue Diskussionsgrundlage für die sensible Begriffsdebatte.

Die Arbeit entstand in dem von der DFG geförderten Forschungsprojekt „Armut im ländlichen Raum im Spannungsfeld zwischen staatlicher Wohlfahrtspolitik, humanitär-religiöser Philanthropie und Selbsthilfe im industriellen Zeitalter (1860­–1975)“, das dem Sonderforschungsbereich 600 „Fremdheit und Armut“ an der Universität Trier angegliedert war. Herzlich bedanken möchte ich mich bei meinem Doktorvater Prof. Dr. Lutz Raphael für die geduldige Beratung bei manch entstandener gedanklicher Sackgasse, aber auch für die...

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