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Psychotherapie in der GKV zwischen alten Kontroversen und gesetzlicher Neuregelung

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Astrid Wallrabenstein

Der Sammelband des Instituts für Europäische Gesundheitspolitik und Sozialrecht (ineges) enthält Vortrags- und Diskussionsbeiträge zu den im aktuellen Koalitionsvertrag geplanten Reformen zum rechtlichen Rahmenwerk der Psychotherapie und der psychotherapeutischen Versorgung. Hintergrund ist das 1999 in Kraft getretene Psychotherapeutengesetz, welches mit dem Psychologischen Psychotherapeuten und dem Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten zwei neue akademische Heilberufe schuf, die erstmals auch an der kassenärztlichen Versorgung teilnehmen konnten. Experten aus Theorie und Praxis sowie aus Wissenschaft und Politik äußern sich im vorliegenden Buch zu aktuellen Fragen der psychotherapeutischen Versorgung und Vergütung, der Anerkennung von Behandlungsmethoden und der Gestaltung der Berufsausbildung.
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Diskussionsbericht

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Die Diskussion im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Martin H. Stellpflug (Bundespsychotherapeutenkammer) leitete Prof. Dr. Ingwer Ebsen (Goethe-Universität Frankfurt am Main).

Ebsen leitete die Diskussion mit dem „Dilemma der vertragsärztlichen Selbstverwaltung am Beispiel der Psychotherapie“ ein. Selbstverwaltung in Körperschaften des öffentlichen Rechts könne auch (neben anderen Funktionen) als ein Element der Einführung demokratischer Strukturen in andere Verhältnisse als die allgemeine Staatsorganisation betrachtet werden. Generell und darum auch in Selbstverwaltungsstrukturen funktioniere das demokratische Prinzip nur unter zwei Bedingungen: Einem Mindestmaß an Homogenität und der realistischen Möglichkeit wechselnder Mehrheiten. Ein strukturelles Übergewicht einer Gruppe mache es bei hinreichend wichtigen Interessenunterschieden schwierig, ernsthafte Angelegenheiten in Selbstverwaltung zu lösen.

Tatsächlich sei in der vertragsärztlichen Selbstverwaltung zu beobachten, dass sich mit den Haus- und den Fachärzten zwei „Großgruppen“ mit strukturellen Interessengegensätzen gegenüberstünden, wobei immerhin die Abstimmungsmehrheiten nicht gänzlich strukturell verfestigt seien. Daneben stehe mit den Psychotherapeutinnen und -therapeuten eine dritte „Kleingruppe“, die an sich die Chance hätte, bei den Streitigkeiten das Zünglein an der Waage zu sein. Wenn sich allerdings die beiden Großgruppen zur „Großen Koalition“ zusammenschlössen, sehe es für den „Kleinen“ schlecht aus.

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