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Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion

Daniel Duben

Daniel Duben bietet mehr als einen bloßen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion. Bis heute gibt es kein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept, das zwischen allen relevanten Akteuren abgestimmt ist und ein zielgerichtetes Vorgehen gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus im Fußballstadion ermöglicht. In diesem Buch werden die bis dato vorhandenen Teilerkenntnisse dieses Forschungsfeldes zusammengetragen und erstmals systematisiert. Unter Berücksichtigung potenzieller Berührungspunkte zwischen Rechtsextremen und Fußballfans entwickelt der Autor ein theoretisches Fundament für Strategien gegen die Vereinnahmung von Fankulturen in Fußballstadien durch rechtsextreme Ideologien.
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1. Einleitung

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Es sind Sätze, die eigentlich nicht besonders auffallen, weil sie so oder so ähnlich Wochenende für Wochenende in den Fankurven der Bundesliga1 auszumachen sind. Gesprayt auf Tapeten, gemalt auf Stoffbahnen, gedruckt auf Fahnen oder gesungen in zahllosen Liedern, finden sie so Spieltag für Spieltag ihren Weg in die Öffentlichkeit. Es sind Sätze wie diese: „Stehplätze als Grundpfeiler der Fankultur sind unbedingt zu erhalten“, „Wir lehnen die Videoüberwachung des Zuschauerbereichs im Stadion ab und setzen auf eine Selbstdisziplinierung innerhalb der Fanblöcke“, „Alle V-Mann-Aktivitäten und die systematische Überwachung der Fanorganisationen sind sofort einzustellen“, „Fußball darf nicht für populistische und zum Teil verfassungswidrige Forderungen der Politik- und Polizeifunktionären2, wie die Übernahme von Polizeikosten, ausgenutzt werden.“

Diese Sätze sind vielleicht etwas umständlich formuliert, in jedem Fall diskutabel, aber etwas pointierter vorgetragen könnten diese Forderungen eben durchaus aus den Fankurven der Republik stammen. Wohlgemerkt: könnten. Denn sie stammen nicht von Fans, die jedes Wochenende im Stadion stehen, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Diese Sätze stammen von der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Genauer gesagt, sind sie in ihrem Schreiben „Sport frei! Politik raus aus dem Stadion!“ (NPD 2013) zu lesen, das der thüringische Ableger der rechtsextremen Partei Anfang 2013 im Zuge der Debatten über Gewalt im Fußball an Vereine, Fanprojekte und Fans verschickte (vgl. ProFans 2013).

Instrumentalisierungsversuche wie diese zeigen deutlich, dass die Fußballfanszenen noch immer beliebte Rekrutierungsfelder von Rechtsextremen ← 13 | 14...

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