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Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion

Daniel Duben

Daniel Duben bietet mehr als einen bloßen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion. Bis heute gibt es kein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept, das zwischen allen relevanten Akteuren abgestimmt ist und ein zielgerichtetes Vorgehen gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus im Fußballstadion ermöglicht. In diesem Buch werden die bis dato vorhandenen Teilerkenntnisse dieses Forschungsfeldes zusammengetragen und erstmals systematisiert. Unter Berücksichtigung potenzieller Berührungspunkte zwischen Rechtsextremen und Fußballfans entwickelt der Autor ein theoretisches Fundament für Strategien gegen die Vereinnahmung von Fankulturen in Fußballstadien durch rechtsextreme Ideologien.
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4. Das Fußballstadion als spezieller Raum im Kampf gegen Rechtsextremismus

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Beschäftigt man sich näher mit wissenschaftlichen Publikationen über das Phänomen des Rechtsextremismus im Fußballstadion, drängen sich unweigerlich amüsante Parallelen zur alltäglichen Berichterstattung über den Fußballsport auf. Während es den hiesigen Sportreportern sowie den allgegenwärtigen Diskutanten am Stammtisch selten an manchmal zutreffenden, manchmal platten, jedoch stets sehr farbigen Metaphern über das Fußballspiel mangelt, scheinen sich diese Metaphern auch in der auf den Fußball bezogenen wissenschaftlichen Literatur einer gewissen Beliebtheit zu erfreuen. Pilz meint den Fußball als „,Brennglas‘ gesellschaftlicher Entwicklungen und Problemfelder“ (Pilz 2008: 16) identifiziert zu haben. Eine Einschätzung die auch Gabriel (vgl. Gabriel 2008: 43) teilt. Dembowski pflichtet dem bei, wenn er dazu in diesem Sinne feststellt, dass gesamtgesellschaftliche Dimensionen des Rechtsextremismus „im Fußball wie durch eine Lupe an Schärfe gewinnen“ (Dembowski 2007: 217), während Gabler den Fußball eher im Zusammenhang mit einem „Spiegel der Gesellschaft“ (Gabler 2009: 9) erwähnt. Behn und Schwenzer meinen dagegen, dass der Fußball „einem gesellschaftlichen Zerrbild“ (Behn/Schwenzer 2006: 360) entspreche. Schubert sieht im Fußball gar einen „Seismograph für rechtsextreme Stimmung in der deutschen Gesellschaft“ (Schubert 2009: 5). Weitere mehr oder weniger farbige Metaphern führt Hebenstreit auf (vgl. Hebenstreit 2012: 26ff.).

Unabhängig davon, welche dieser Metaphern nun zutreffend und welche der reinen Freude an farbiger Sprache geschuldet sind, bleibt festzuhalten, dass das wissenschaftliche Interesse am Fußball in den vergangenen Jahrzehnten beständig zugenommen hat. Zu Recht bemerkt Hebenstreit: „Versuche,...

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