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Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion

Daniel Duben

Daniel Duben bietet mehr als einen bloßen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion. Bis heute gibt es kein theoretisch fundiertes Gesamtkonzept, das zwischen allen relevanten Akteuren abgestimmt ist und ein zielgerichtetes Vorgehen gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus im Fußballstadion ermöglicht. In diesem Buch werden die bis dato vorhandenen Teilerkenntnisse dieses Forschungsfeldes zusammengetragen und erstmals systematisiert. Unter Berücksichtigung potenzieller Berührungspunkte zwischen Rechtsextremen und Fußballfans entwickelt der Autor ein theoretisches Fundament für Strategien gegen die Vereinnahmung von Fankulturen in Fußballstadien durch rechtsextreme Ideologien.
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5. Die theoretischen Grundlagen für den Kampf gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion

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Wie die vorherigen beiden Kapitel gezeigt haben, unterscheiden sich die Problemfelder im speziellen Kontext des Fußballstadions, die damit verbundenen Rahmenbedingungen sowie die darin aktiven Akteure eklatant von anderen gesamtgesellschaftlichen Konfliktlinien, was eine Übertragung gängiger Strategien gegen Rechtsextremismus ohne Anpassungen an das spezifische Umfeld des Fußballs unmöglich macht. Dies wird deutlich, blickt man vor dem in Kapitel 4 erarbeiteten Hintergrund auf die in Kapitel 3.2.3 exemplarisch vorgestellten gesamtgesellschaftlich-allgemeinen Strategien gegen Rechtsextremismus. Bürgerbündnisse gegen Rechtsextremismus sind beispielsweise ebenso wenig auf die spezielle Situation im Fußballstadion zugeschnitten wie allgemeine Ausstiegsprogramme für Neonazis. Auf der anderen Seite spielen zentrale Probleme wie Stadionverbote abseits der Fanszenen ebenso wenig eine Rolle wie die Debatte um fanfreundliche Anstoßzeiten oder die 50 plus 1 Regel. Überdies erfordert besonders die in Kapitel 4.2.1 dargelegte Heterogenität der Fanszene eine differenzierende Anpassung der jeweiligen Maßnahmen gegen Rechtsextremismus an die gegebene Situation im Fußballstadion. Nur unter Berücksichtigung dieses speziellen Settings können sinnvolle Strategien in diesem Kontext überhaupt entwickelt werden. Da die Lebensrealität von Fußballfans wie dargestellt im Stadion jedoch anders gelagert ist als in der Gesamtgesellschaft, muss zwangsläufig über spezielle Strategien gegen Rechtsextremismus im Fußballstadion nachgedacht werden. Eine undifferenzierte Übertragung von allgemeinen Strategien gegen Rechtsextremismus in das spezielle Umfeld des Fußballstadions ist daher wenig erfolgsversprechend.

Gleichwohl können fußballspezifische Konflikte durchaus auch auf die Gesamtgesellschaft ausstrahlen.27 Das spiegelt nicht nur die prominente ← 131 | 132 → Reflexion von fußballerischen Themen abseits...

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