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Die Übernahme byzantinischer Feld- und Ackermaße durch den osmanischen Staat

Ein Beitrag zur Frage des byzantinisch-osmanischen Kulturtransfers

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Johannes Zimmermann

Anhand des Beispiels der byzantinischen Feld- und Ackermaße und des ihnen übergeordneten Systems der Landvergabe und -besteuerung verfolgt das Buch das Fortleben byzantinischer administrativer Elemente und Praktiken im Osmanischen Reich. Verlauf, Charakter und Motivation dieses kulturellen Transferprozesses werden hierbei nachgezeichnet. Hintergrund ist die oftmals von politisierten Geschichtsbildern und Identitätsdiskursen durchsetzte Debatte um die Natur und Rolle des byzantinischen Erbes im Staatsaufbau des frühen Osmanischen Reiches.
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1. Vorüberlegungen

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1.   Vorüberlegungen

Die Frage nach dem byzantinischen Erbe im Osmanischen Reich ist immer auch bis zu einem gewissen Grade die Frage nach dem Charakter und der Natur des frühosmanischen Staates. Seit dem Erscheinen von Herbert Gibbons’ Darstellung The Foundation of the Ottoman Empire1 im Jahre 1916, in der er die besondere Rolle der byzantinischen Elemente im Prozess des Aufstiegs und der Strukturierung des Osmanischen Reiches hervorhob, und seit der darauf folgenden kritischen Replik seitens zahlreicher türkischer und europäischer Historiker hat diese Frage wenig von ihrer ursprünglichen Virulenz verloren.

Das ungebrochene wissenschaftliche Konfliktpotenzial dieser Debatte mag sich auch daran ablesen lassen, dass bis in jüngste Zeit Versuche unternommen werden, das den bisherigen Erklärungsansätzen zugrunde liegende Quellenmaterial einer grundsätzlichen kritischen Sichtung und Reevaluation zu unterziehen. Dabei scheint es symptomatisch für diese Debatte, dass Heath W. Lowry selbst im Jahre 2003 – also beinahe 90 Jahre nach Beginn der Diskussion – die Notwendigkeit sah, sich nicht nur erneut in monographischer Form2 zu diesem Thema zu äußern, sondern es darüber hinaus für dringend notwendig erachtete, sich im Rahmen seiner Studie The Nature of the Early Ottoman State3 nochmals dem Quellenmaterial selbst zuzuwenden, das der bisher vorherrschenden Lehrmeinung zugrunde lag und demnach von Generationen von Osmanisten als Basis für ihre weiterführenden Diskussionen herangezogen wurde. Angesichts der ungebrochenen wissenschaftlichen Aktualität dieser Auseinandersetzung und um den in dieser Arbeit vorgestellten Untersuchungsansatz in einen forschungsgeschichtlichen Zusammenhang...

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