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KATHARINAfeier

Kritisch-theologisch-feministisch- Eine Nachlese

Series:

Edited By Anna Steinpatz, Silvia Arzt and Dominik Elmer

Der vorliegende Sammelband ist eine Zusammenstellung nahezu aller Vorträge, die im Rahmen der KATHARINAfeier an der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg seit Beginn der Veranstaltung gehalten wurden. Die Vorträge stammen aus unterschiedlichen theologischen und philosophischen Disziplinen, sind jedoch alle verbunden durch einen kritisch-feministischen Ansatz. Zusätzlich zu dieser Zusammenschau enthält das Buch einen Artikel über die Entstehungsgeschichte der KATHARINAfeier sowie über die in den letzten Jahren verstärkte Verbindung mit unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungen.
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Corpus delicti: Körper – Religion – Sexualität

1. Von der Scham im Leibe zu sein

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Der Körper als Corpus delicti: Auf welche doppeldeutigen, ambivalenten Spuren führt er uns, wenn wir ihm folgen in die Landschaft der zeitgenössischen Kultur einerseits, in die Landschaft der Theologie andererseits?

Das corpus delicti ist ja nicht nur der bei einer Straftat verletzte Körper oder das Instrument, mit dem er verletzt wurde, sondern er umfasst juristisch-kriminologisch alle äußerlich wahrnehmbaren Merkmale dessen, was geschehen ist; es ist das Sichtbare, anhand dessen wir Schlüsse ziehen auf das Geschehene, auf das nicht mehr Sichtbare, vielleicht auf das Unsichtbare. Deutlich wird hier in einem ersten Schritt in diese Landschaften hinein, dass Körper die Grundbausteine jeder Ideologie sind. Dabei geht es nicht um eine Kriminalgeschichte des Christentums, die zu schreiben vielleicht nötig, aber theologisch nicht unbedingt weiterführend ist. Es geht vielmehr um das Nachdenken über und die Analyse dessen, was für uns sichtbar und mehr noch spürbar ist – mit dem Ziel der Rückschlüsse auf Strukturen, die zu dieser Art der Sichtbarkeit und zu dieser Art des Spürens geführt haben, immer verbunden mit dem Versuch einer ethischen Beurteilung der damit verbundenen Moral.

„Plotin, der Philosoph unserer Tage, glich einem Manne, der sich schämt, im Leibe zu sein.“2 So beginnt Porphyrios, seinerseits Philosoph, am Ende des 3. Jahrhunderts die Biographie seines verehrten Lehrers.

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