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KATHARINAfeier

Kritisch-theologisch-feministisch- Eine Nachlese

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Edited By Anna Steinpatz, Silvia Arzt and Dominik Elmer

Der vorliegende Sammelband ist eine Zusammenstellung nahezu aller Vorträge, die im Rahmen der KATHARINAfeier an der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg seit Beginn der Veranstaltung gehalten wurden. Die Vorträge stammen aus unterschiedlichen theologischen und philosophischen Disziplinen, sind jedoch alle verbunden durch einen kritisch-feministischen Ansatz. Zusätzlich zu dieser Zusammenschau enthält das Buch einen Artikel über die Entstehungsgeschichte der KATHARINAfeier sowie über die in den letzten Jahren verstärkte Verbindung mit unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungen.
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Liturgie und Frauenleben. Orte, Zuschreibungen und Zumutungen im Gottesdienst

Der „Gegenimpuls” Frauenliturgien

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Lassen Sie mich mit einer kleinen Geschichte beginnen, wie das in den USA (wo ich seit 1984 lebe) auch bei akademischen Vorträgen durchaus üblich ist. Ich war vor nicht allzulanger Zeit mit dem Auto unterwegs und sah vor mir ein Auto mit folgendem Aufkleber auf der Stoßstange: I ♥ Latin Mass. Wie die meisten Bekenntnisse auf Stoßstangen ist auch diese Aussage kurz und nicht ganz richtig. Gemeint ist ja sicher „Ich liebe die ‚römische Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform’”2, nicht einfach eine Messe auf Latein. Denn auf Latein kann ja auch die nachkonziliare Messe durchaus gefeiert werden. Dieser Messe galt aber wohl kaum das Liebesbekenntnis auf der Stoßstange. Das Liturgiegefühl, das sich in diesem Aufkleber Ausdruck verschafft, ist an sich nichts Neues. Traditionalistische Gruppen, die die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils ablehnen und die „tridentinische Messe” lieben, gibt es seit dem Konzil. Dennoch war mein Interesse geweckt; zumindest die Kombination von Liebesbekenntnis zur vorkonziliaren Liturgie und Stoßstangenaufkleber war ungewohnt. Ich gab Gas, um mir den Fahrer des Autos genauer anzusehen. Den Typus hatte ich vor meinem inneren Auge schon identifiziert: älterer Traditionalist. Was ich dann sah, kam für mich unerwartet: Am Steuer saß eine aufgeweckte junge Frau, die vergnügt-beseelt vor sich hin sang.

Kirchliches Frauenleben – glaubendes, zukunftsträchtiges, gelingendes Frauenleben – und vorkonziliare lateinische Messe? Das ist sicher keine Unmöglichkeit. Wir brauchen nur an unsere Vorfahrinnen zu denken, um das anzuerkennen....

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