Show Less
Restricted access

KATHARINAfeier

Kritisch-theologisch-feministisch- Eine Nachlese

Series:

Anna Steinpatz, Silvia Arzt and Dominik Elmer

Der vorliegende Sammelband ist eine Zusammenstellung nahezu aller Vorträge, die im Rahmen der KATHARINAfeier an der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg seit Beginn der Veranstaltung gehalten wurden. Die Vorträge stammen aus unterschiedlichen theologischen und philosophischen Disziplinen, sind jedoch alle verbunden durch einen kritisch-feministischen Ansatz. Zusätzlich zu dieser Zusammenschau enthält das Buch einen Artikel über die Entstehungsgeschichte der KATHARINAfeier sowie über die in den letzten Jahren verstärkte Verbindung mit unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungen.
Show Summary Details
Restricted access

Doing and Undoing Gender: Die Zukunft der Geschlechterforschung

Extract

1

Die Einführung der feministischen Theorie in den akademischen Lehrplan wurde seinerzeit als politisches Instrument bestimmt, das im Zusammenhang mit anderen Strategien der Überwindung von hetero-sexistischen Strukturen in der Gesellschaft dienen sollte. Die feministische Infragestellung der androzentrischen Wissensproduktion versprach, die soziale Unterdrückung von Frauen zu beseitigen und ihre Emanzipation zu ermöglichen. Doch ein grundlegender Widerspruch prägte von Anfang an die feministische Theoriebildung: Wenn sie auch einerseits eine wichtige Kritik an den dominanten Epistemologien bot, so wurzelte die feministische Theorie doch auch im emanzipatorischen Impuls der Aufklärung – ein trickreiches Erbe. Ob Kant, Hegel oder Marx: trotz ihrer kritischen Theorien haben sie Androzentrismus und Eurozentrismus verstärkt.2 Dementsprechend befürchten einige feministische Denkerinnen zu Recht, dass es nie eine einfache Beziehung zwischen Theorie und feministischer Politik geben könne.3 Meiner Meinung nach liegt einer der wichtigsten Beiträge feministischer Theorie in der Offenlegung der epistemischen und diskursiven Gewalt hegemonialer Diskurse. Darüber hinaus trägt sie zur Transformation der Idee von Politik überhaupt bei: durch eine Problematisierung des Dualismus des Öffentlichen und Privaten, der legitimen und illegitimen politischen Handlungsfähigkeit, der Vernunft und des Affekts.

Viele beklagen den Übergang von der Kategorie „Frau“ zu „Gender“ als das Ende des Feminismus. Für andere wiederum bedeutet dieser turn den Beginn eines post-second wave Feminismus. Wie im Poststrukturalismus und Postkolonialismus markiert das Präfix post hier die programmatische Überwindung ← 237 | 238 → essentialistischer Theoriebildung.4 Die Kategorie Gender ermöglicht zwar die Pluralisierung von Bündnispolitiken und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.