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KATHARINAfeier

Kritisch-theologisch-feministisch- Eine Nachlese

Series:

Edited By Anna Steinpatz, Silvia Arzt and Dominik Elmer

Der vorliegende Sammelband ist eine Zusammenstellung nahezu aller Vorträge, die im Rahmen der KATHARINAfeier an der Katholisch-Theologischen Fakultät Salzburg seit Beginn der Veranstaltung gehalten wurden. Die Vorträge stammen aus unterschiedlichen theologischen und philosophischen Disziplinen, sind jedoch alle verbunden durch einen kritisch-feministischen Ansatz. Zusätzlich zu dieser Zusammenschau enthält das Buch einen Artikel über die Entstehungsgeschichte der KATHARINAfeier sowie über die in den letzten Jahren verstärkte Verbindung mit unterschiedlichen künstlerischen Gestaltungen.
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Batseba im Blick: Von der Bibel bis Hollywood

Batseba erzählt

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Mein Vortrag hat Batseba im Blick. Und er handelt von Batseba im Blick – nämlich: im Blickpunkt ihrer Betrachter. Im 2. Buch Samuel Kapitel 11 lesen wir, dass David zu Hause geblieben ist „zur Zeit, wenn die Könige pflegen auszuziehen.” Er geht auf dem Dach seines Königshauses spazieren und sieht „eine Frau sich waschen – und die Frau war sehr schön.”

Die Szene ist sehr oft gemalt worden. Sie ist auch verfilmt worden. Ich möchte nun einige berühmte Gemälde Batsebas aus dem 15., 16., 17. und dem frühen 18. Jahrhundert mit Ihnen betrachten, und darüber hinaus auch zwei filmische Darstellungen der biblischen Geschichte. Mein Hauptinteresse an der Darstellung Batsebas in Bibel, Bild und Film gilt der Darstellung des weiblichen Körpers. Insbesondere möchte ich untersuchen, wie Batseba, die ein Modell für Sexualität ist, als Objekt sexuellen Verlangens und sexueller Aggression dargestellt wird. Wie, so frage ich, wird die Aufmerksamkeit auf ihren Körper gelenkt, zuerst im Text und dann in dessen visuellen Darstellungen? Danach werde ich mich Frauen als Objekten des männlichen Blicks zuwenden. Es gibt nämlich mehr als nur eine Batseba. Und es gibt mehr an Batseba zu sehen, als der erste Blick vermuten lässt.

Ich möchte, mir meiner selbst bewusst, den Akt des Anblickens betrachten. Und ich lade Sie ein, mich bei der Betrachtung unseres eigenen Blicks zu begleiten, unseres Widerspruchs, unserer Komplizenschaft oder unseres Widerstands, wenn wir...

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