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Rettung vor Bodenlosigkeit

Neues Anfangsdenken und kosmologische Metaphern bei Locke, Leibniz, Kant, Fichte, Novalis und Jean Paul

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Monika Tokarzewska

Monika Tokarzewska zeigt, wie Locke, Leibniz, Kant, Fichte, Novalis und Jean Paul Motive aus der nachkopernikanischen und newtonschen Astronomie in Schlüsselmetaphern verwandeln und mit ihrer Hilfe die Möglichkeiten eines neuen Grundlagendenkens und -handelns im Angesicht der Verwissenschaftlichung des Weltbildes an der Schwelle zur Moderne austaxieren. Die Autorin beschreibt auch die starken Veränderungen, denen das Metaphernnetz unterlag. So fand es im 20. und 21. Jahrhundert einen späten Niederschlag in den Überlegungen von Hannah Arendt und Bruno Latour.
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Grundlagenkrise, Aufbrüche ins Neue und das kosmologische Metaphernfeld. Voraussetzungen und Ziele der Studie

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Das kosmologische Metaphernfeld1 spielte im 18. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert eine besondere Rolle. Es war aus der langen Wirkung der ,koper- nikanischen Revolution entstanden, aber es ist bisher als ein in sich zusam-menhängendes Netz von Metaphern noch nicht umfassend untersucht worden, obwohl es sich hier um einen wichtigen Bestandteil kollektiver Einbildungskraft bzw. figurativen Wissens einer geschichtlichen Diskursformation handelt.

Ich werde zeigen, wie die miteinander zusammenhängenden kosmologischen Bilder unter Wissenschaftlern, Wissenschaftsvermittlern, Philosophen und Dichtern kursierten. So bildet die vorliegende Arbeit einen Beitrag zur Erforschung von Figuren des Wissens.2 Sie setzt - wie es dieser Forschung eigen ist - eine Verknüpfung von Wissen, Philosophie und Literatur voraus, womit sie sich somit gegen die ältere Tradition, im Sinne von streng voneinander abgeschotteten ,zwei Kulturen richtet,3 nach der „das Wissen der wahren Wissenschaft von ← 9 | 10 → dem abzusetzen [ist], worin es sich darstellt“.4 An einer Reihe von prägnanten Beispielen wird dargelegt, wie einige kosmologische Metaphern infolge der Fortschritte der Astronomie Bestandteil der kollektiven Einbildungskraft der Gelehrten und Dichter des ausgehenden 17. und des 18. Jahrhunderts wurden. Sie funktionierten als Denkfiguren5 eines neuen Grundlagendiskurses bei der Suche nach Gewissheit in einer sich dynamisch verändernden Welt. Denker und Dichter übernahmen diese Metaphern, um mit ihrer Hilfe eine Antwort auf die Herausforderungen der Zeit zu finden, neue Denk- und Sichtweisen zu entwickeln.

Der Schwerpunkt wird auf deutschsprachigen Texten des 18. Jahrhunderts, insbesondere der zweiten Hälfte, liegen. Der intellektuelle und dichterische Diskurs stand damals unter...

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