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Gegen Staat und Kapital – für die Revolution!

Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie

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Klaus Schroeder and Monika Deutz-Schroeder

Das Buch zeichnet ein differenziertes Bild vom aktuellen Linksextremismus in Deutschland. Die Autoren werfen einen kritischen Blick auf den Forschungsstand, beschreiben die Geschichte des Linksextremismus und entwickeln auf Basis der Selbstdarstellungen typischer linksextremer Gruppen eine Skala, die die verschiedenen Dimensionen eines linksextremen Einstellungsmusters umfasst. Auf dieser Grundlage führte Infratest dimap eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung durch, die die weite Verbreitung linksextremer Einstellungen in der Bevölkerung zeigt. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Betrachtung der Diskussion um den Begriff «Extremismus». Der Zusammenhang von (Links-)Extremismus und Gewalt wird ebenso erörtert wie die Realität linksextremen Gewalthandelns. Hinzu kommen Interviews mit ehemaligen Linksradikalen und linksaffinen Jugendlichen.
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XII. Irrungen und Wirrungen

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XII.Irrungen und Wirrungen

Der (kritische) Blick zurück: (Ehemalige) Linksradikale der 68er Bewegung

Personen, die sich aktiv in der linksradikalen oder linksextremen Szene engagieren, sind in der Regel nicht zu Auskünften bereit und wenn, lediglich gegenüber wohlwollenden Berichterstattern oder Wissenschaftlern. Wir konnten daher bei unseren Gesprächen mit linken bis linksextremen, das heißt in einem weiten Sinne linksaffinen Personen nur wenige aktive Linksradikale in die Analyse mit aufnehmen.1514 Da aber die heutige Szene in der Tradition des 68er-Linksradikalismus bzw. -extremismus1515 steht und sich selbst (inhaltlich) auch auf Teile dieser Bewegung bezieht, soll im Folgenden illustriert werden, wie der Politisierungsprozess damaliger Protagonisten und Mitläufer verlief, welche Gründe sie für ihren individuellen Ausstieg aus der linksradikalen Szene angeben und wie sie im Nachhinein die Bewegung und ihren gesellschaftlichen Stellenwert einordnen.

Anhand der Auswertung biographischer Texte und von zehn Interviews mit ehemaligen Akteuren wird dargestellt, wie sie sich ihr damaliges Denken und Handeln rückblickend erklären. Befragt haben wir mit Hilfe eines Gesprächsleitfadens Personen, die vorwiegend in Berlin oder Frankfurt am Main politisch aktiv waren.1516 Außerdem gehen veröffentlichte Texte damaliger Politaktivisten, die (zumeist) in den vergangenen Jahren zu den 68er „Jubiläen“ oder zu entsprechenden „runden Geburtstagen“ ihrer ← 473 | 474 → Protagonisten erschienen, in die Analyse mit ein. Alle Interviewpartner sowie öffentlich bekannte Personen können als typische Vertreter bestimmter politischer Richtungen des Linksradikalismus bzw. -extremismus gelten.

Dieses politische Spektrum umfasst ehemalige SDSler, ehemalige Aktivisten maoistischer...

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