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Gegen Staat und Kapital – für die Revolution!

Linksextremismus in Deutschland – eine empirische Studie

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Klaus Schroeder and Monika Deutz-Schroeder

Das Buch zeichnet ein differenziertes Bild vom aktuellen Linksextremismus in Deutschland. Die Autoren werfen einen kritischen Blick auf den Forschungsstand, beschreiben die Geschichte des Linksextremismus und entwickeln auf Basis der Selbstdarstellungen typischer linksextremer Gruppen eine Skala, die die verschiedenen Dimensionen eines linksextremen Einstellungsmusters umfasst. Auf dieser Grundlage führte Infratest dimap eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung durch, die die weite Verbreitung linksextremer Einstellungen in der Bevölkerung zeigt. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Betrachtung der Diskussion um den Begriff «Extremismus». Der Zusammenhang von (Links-)Extremismus und Gewalt wird ebenso erörtert wie die Realität linksextremen Gewalthandelns. Hinzu kommen Interviews mit ehemaligen Linksradikalen und linksaffinen Jugendlichen.
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XIII. Politische Einstellungen linksaffiner Jugendlicher

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XIII.Politische Einstellungen linksaffiner Jugendlicher1726

Zur Vorbereitung der repräsentativen Befragung, die Infratest dimap im Sommer 2014 durchführte, befragten wir von Sommer 2012 bis Frühsommer 2014 Jugendliche auf Basis eines von uns entwickelten Interviewleitfadens zu ihren politischen Einstellungen. Die Interviews, die jeweils zwei Personen durchführten, dauerten in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten. Die Durchführung orientierte sich an dem Konzept des problemzentrierten Interviews, das heißt die Interviewer stellten in Anlehnung an den Interviewleitfaden Fragen, ließen das Gespräch bzw. die Erzählung aber „laufen“, wenn der Interviewte neue Aspekte einbrachte.1727

Die Interviewer notierten sich während des Gesprächs Stichpunkte zu den jeweiligen Komplexen und nahmen die Antworten zu einigen zentralen Aspekten auf Band auf. Unmittelbar nach der Befragung formulierten sie in Anlehnung an die Stichpunkte und die Aufzeichnungen die wesentlichen Aspekte der Antworten des Interviewten. Da immer zwei Personen das Interview durchführten, konnte vermieden werden, dass einzelne, für unsere Thematik wichtige Aspekte vergessen wurden.

Obwohl die Interviewer den Befragten vollständige Anonymität zusicherten und erklärten, die niedergeschriebenen Antworten würden nicht weitergegeben, gab es erwartungsgemäß vor allem bei den Fragen zur Gewaltanwendung mitunter nur sehr vage Antworten. Offenbar misstrauten einige Befragte der Zusage.

Insgesamt interviewten wir 95 (48 weibliche und 47 männliche) Personen in verschiedenen Bundesländern. Die Mehrheit der befragten jungen ← 529 | 530 → Menschen lebt in Berlin (66). Die anderen stammen aus folgenden Bundesländern: Baden-Württemberg (3), Bayern...

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