Show Less
Restricted access

Mediale Verwertung von Sportveranstaltungen

Zivilrechtliche Grundlagen der Verwertung und kartellrechtliche Analyse der Einkaufsgemeinschaft der EBU

Series:

Jessica Sänger

Das Buch befasst sich mit der Frage nach der Grundlage von Sportrechten im deutschen und englischen Recht und bietet eine detaillierte Untersuchung der kartellrechtlichen Zulässigkeit der Einkaufsgemeinschaft der EBU. Public Viewing, Live-Ticker und Spielpläne werden auf ihre Lizenzpflichtigkeit hin überprüft. Eine ausführliche Marktabgrenzung berücksichtigt aktuelle Entwicklungen in Technologie und Nutzerverhalten. Vor dem Hintergrund des More Economic Approach sowie der besonderen Beziehung zwischen exklusiver Verwertung und Kartellrecht zeigt sich, unter welchen Umständen Einkaufskooperationen auf den Märkten für attraktive Sportveranstaltungen zu verbotenen Wettbewerbsbeschränkungen und zum Missbrauch marktbeherrschender Stellungen führen können. Die Arbeit wurde mit dem Dissertationspreis der Dr. Feldbausch-Stiftung des Jahres 2015 ausgezeichnet.
Show Summary Details
Restricted access

1. Unternehmen im Sinne des Art. 101 AEUV

Extract

Der Tatbestand der Wettbewerbsbeschränkung setzt die Unternehmenseigenschaft voraus. Es müsste sich also bei den Mitgliedern der EBU, die beim Rechteerwerb zusammenarbeiten, um Unternehmen in Sinne des europäischen Kartellrechts handeln. Eine Definition für den Unternehmensbegriff findet ← 374 | 375 → sich in Art. 1 des Protokolls 22 zum EWR-Abkommen1939. Demnach gilt als Unternehmen jedes Rechtssubjekt, das eine kommerzielle oder wirtschaftliche Tätigkeit ausübt. Diese weit gefasste Definition grenzt die Tätigkeit eines Unternehmens im Sinne des europäischen Kartellrechts zur Ausübung hoheitlicher Gewalt ab. Es wird unmittelbar deutlich, dass es in erster Linie auf die Tätigkeit ankommt, die ausgeübt wird, nicht aber auf die Eigenschaften der agierenden Institution. Diese Blickrichtung wird allgemein als „funktionaler Unternehmensbegriff“ bezeichnet. Demgegenüber stellt ein institutioneller Unternehmensbegriff maßgeblich auf die Organisationsform der Akteure ab. Entsprechend der Definition aus dem Protokoll zum EWR-Abkommen verwenden die Unionsorgane ganz überwiegend den funktionalen Unternehmensbegriff. So geht der Europäische Gerichtshof in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass es bei der Definition eines Unternehmens im Sinne des Wettbewerbsrechts weder auf die Rechtsform noch auf die Art der Finanzierung des Rechtssubjekts ankommt, sondern entscheidend auf die Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit1940. Es ist somit eine „Einheit“ erforderlich sowie eine wirtschaftliche Betätigung. Da der AEUV den Begriff nicht näher definiert, soll auch im Bereich des Wettbewerbsrechts offenbar dieser weite Unternehmensbegriff gelten1941. Damit erhalten die Wettbewerbsregeln einen breiten Anwendungsbereich.

Bei den Mitgliedern der EBU handelt es sich überwiegend um öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sowie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.