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Das Unantastbare beschreiben

Gerüche und ihre Versprachlichung im Deutschen und Polnischen

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Przemysław Staniewski

Das Buch erörtert die Verbalisierungsschwierigkeiten von olfaktorischen Wahrnehmungen. Hierfür betrachtet der Autor zunächst die Olfaktorik aus kulturell-philosophischer, neurophysiologischer und anthropolinguistischer Perspektive. Des Weiteren legt er dar, wie man über Gerüche im Deutschen und Polnischen spricht. Er geht auf zweierlei Art und Weise vor. Zunächst erfolgen anhand von Wörterbüchern Analyse und Vergleich des deutschen und polnischen Geruchswortschatzes auf der synchronen und diachronen Ebene. Anschließend zeigt der Autor mithilfe von sprachlichen Korpora und unter Anwendung der kognitiv-linguistischen Methodologie (Frame-Semantik, konzeptuelle Metapher) auf, wie heute Gerüche im Deutschen und Polnischen verbalisiert und konzeptualisiert werden.
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2. Kultureller, wissenschaftlicher und anthropologisch-ethnologischer Blick auf die Gerüche und den Geruchssinn im Laufe der Jahrhunderte

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Der meisten Literatur zum Thema „Geruch“ und „Geruchssinn“ kann man entnehmen, dass der Geruch der vernachlässigtste und trivialste aller Sinne sei, sodass diese Feststellung einerseits als Axiom andererseits als Binsenweisheit zu betrachten ist. Dies darf jedoch nicht verwundern, denn fast alle Philosophen haben die Olfaktorik aus ihren Erwägungen entweder völlig verbannt oder stiefmütterlich behandelt. „Als Advokaten des Geruchs“ haben sich erst die Sensualisten und später Nietzsche und Feuerbach erwiesen. Die Diskreditierung des Geruchssinnes wurde auch durch die ethnologische und anthropologische Forschung im 18. und besonders 19. Jh. untermauert, was dazu geführt hat, dass der Geruch als Sinn und Stimulus zum Rassen- und Klassenmerkmal wurde. Gewisses Interesse genoss jedoch diese Sinnesmodalität im 18. und 19. Jh., weil Gerüche als Krankheitskeime den Menschen drohten. Dies bewog die Wissenschaftler, sich mit ihnen fachmännisch zu befassen und den Krankheiten vorbeugende Maßnahmen zu erarbeiten. Diese wissenschaftliche Einstellung setzte sich im 20. und 21. Jh. fort, woraus sich unterschiedliche Theorien der olfaktorischen Wahrnehmung ergaben. Diese Bemühungen wurden im Jahr 2004 in Form des Nobelpreises in Medizin für Richard Axel und Linda Buck gekrönt. Die Benutzung von Parfums wurde im Altertum hoch geschätzt, im Mittelalter hörte sie auf als die Rolle der Düfte auf das Praktische reduziert wurde, während ihre Anwendung allein kirchlichen Zwecken vorbehalten war. Zumeist sollten Düfte körperliche Gerüche beseitigen oder verbergen. Auf diese Problematik wird in den folgenden Unterkapiteln eingegangen.

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