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Das Unantastbare beschreiben

Gerüche und ihre Versprachlichung im Deutschen und Polnischen

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Przemysław Staniewski

Das Buch erörtert die Verbalisierungsschwierigkeiten von olfaktorischen Wahrnehmungen. Hierfür betrachtet der Autor zunächst die Olfaktorik aus kulturell-philosophischer, neurophysiologischer und anthropolinguistischer Perspektive. Des Weiteren legt er dar, wie man über Gerüche im Deutschen und Polnischen spricht. Er geht auf zweierlei Art und Weise vor. Zunächst erfolgen anhand von Wörterbüchern Analyse und Vergleich des deutschen und polnischen Geruchswortschatzes auf der synchronen und diachronen Ebene. Anschließend zeigt der Autor mithilfe von sprachlichen Korpora und unter Anwendung der kognitiv-linguistischen Methodologie (Frame-Semantik, konzeptuelle Metapher) auf, wie heute Gerüche im Deutschen und Polnischen verbalisiert und konzeptualisiert werden.
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5.2.5 Miasma

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Die deutsche lexikalische Einheit Miasma unterscheidet sich auf der semantischen Ebene vom polnischen Lexem miazmaty (vgl. Kap. 5.1.4) nicht, was aus der folgenden Explikation im DudenI (vgl. dazu auch Meyers) zu erschließen ist: ‚Miasma: (einer ← 171 | 172 → früheren Annahme entsprechend) Krankheiten auslösender Stoff in der Luft od. in der Erde; (aus dem Boden ausdünstender) Gift-, Pesthauch‘. Im Brockhaus ist eine ähnliche Definition des zu besprechenden Lexems aufgeführt: ‚Stoff in der Luft od. Ausdünstungen des Bodens, der nach veralteter Auffassung Krankheiten, bes. Epidemien verursacht‘. Unterscheidendes Merkmal der polnischen und deutschen Definitionen ist allein die explizite Erwähnung des Miefs und abscheulichen Geruchs im Polnischen, wobei im Deutschen die olfaktorische Bezogenheit implizit anhand von Ausdünstungen und Gift- oder Pesthauch zum Ausdruck gebracht ist. Der formale Unterschied zwischen den deutschen und polnischen Lexemen besteht darin, dass man sich im Polnischen des Plurals (miazmaty), im Deutschen des Singulars (das Miasma) bedient109.

5.2.6 Muff, muffeln, müffeln; Mief, miefen

Die Gruppe der zu besprechenden Lexeme konzentriert sich um die Form Muff, die am häufigsten in den etymologischen Lexika zu finden ist. Ihre Herkunft ist jedoch unklar. Es ist zu unterstreichen, dass in den etymologischen Wörterbüchern zwei Bedeutungen dieser lexikalischen Einheit erwähnt werden, die mit der Geruchssinnwahrnehmung eng zusammenhängen110. Einerseits handelt es sich ausschließlich um ‚Schimmel‘ (vgl. Faulmann; Kluge/Goetze; Trübners; Wasserzieher; aber auch Pfeifer), andererseits ist die Rede von ‚dumpfer, modriger Geruch, Moder, Schimmel, Kellerfeuchtigkeit‘ (vgl....

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