Show Less
Restricted access

Die Welt der Auleten

Musikerkarrieren im griechischen Kulturkreis

Series:

Andrea Scheithauer

Die Autorin untersucht systematisch die Rolle der Auleten im griechischen Kulturkreis von der archaischen Zeit bis in die Spätantike. Neben der geographischen Herkunft werden die musischen Aufgaben, das familiäre Umfeld, die Selbstdarstellung, die Vorrechte und Auszeichnungen, ihre Verdienstmöglichkeiten, die soziale Position, die Karrieren von Virtuosen und die Möglichkeiten der Frauen behandelt. Mit ihrer interdisziplinären Abhandlung leistet die Autorin einen Beitrag zur Verbindung von Klassischer Philologie, Alter Geschichte und Klassischer Archäologie. Das Buch dient somit nicht nur der besseren Kenntnis dieses Berufsstandes, sondern fördert auch das Verständnis der griechischen Kultur- und Mentalitätsgeschichte, weil die Selbsteinschätzung und Bewertung der Musiker auf zentralen Werten der Griechen fußt.
Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung

Extract

1.   Einleitung

Nachdem der Aulos im Zuge der Ausbreitung des Kybelekultes im 7. Jahrhundert v.Chr. von Phrygien nach Griechenland gekommen war, etablierte er sich dort rasch im Musikleben und spielte eine zentrale Rolle. Anders als die Saiteninstrumente, die wegen ihres leisen, wenig tragenden Tones nur bedingt für die Begleitung von Vokalensembles eingesetzt werden konnten, war er wegen seines schrillen, durchdringenden Tones imstande, alle musischen Aufgaben zu übernehmen.1 Deshalb war dieses Blasinstrument ein wesentlicher Bestandteil bei der musikalischen Ausgestaltung von Kulten, Festen, Sport, Geselligkeit, Arbeit und Kriegführung.

Trotz ihrer Bedeutung wurden die Auleten in der Forschung noch nicht gebührend gewürdigt; denn viele Gelehrte befaßten sich in erster Linie mit dem Instrument. Da Auloi und kleine Statuen von Bläsern vor allem in Heiligtümern als Votivgaben dargebracht wurden, sind sie in archäologischen Grabungsberichten aufgeführt und beschrieben.2 Eine besonders ergiebige Fundstätte solcher Geschenke ist das Athena-Heiligtum aus Lindos, in dem zahlreiche Statuetten verschiedener Instrumentalisten ans Tageslicht kamen. Unter ihnen befindet sich ein kleiner, aus Terrakotta gefertigter Bläser aus der frühen archaischen Zeit, der die Phorbeia trägt und den Aulos spielt.3 Als repräsentatives Beispiel von Instrumentenfunden seien der aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. stammende Aulos aus dem Heiligtum der Artemis Orthia in Sparta und der in das späte 6. oder frühe 5. Jahrhundert v.Chr. zu datierende Knochenaulos, der beim Tempel ← 1 | 2 → von Brauron zum Vorschein kam, angeführt.4 Ferner sind Auleten auf Monumenten, die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.