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Die Welt der Auleten

Musikerkarrieren im griechischen Kulturkreis

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Andrea Scheithauer

Die Autorin untersucht systematisch die Rolle der Auleten im griechischen Kulturkreis von der archaischen Zeit bis in die Spätantike. Neben der geographischen Herkunft werden die musischen Aufgaben, das familiäre Umfeld, die Selbstdarstellung, die Vorrechte und Auszeichnungen, ihre Verdienstmöglichkeiten, die soziale Position, die Karrieren von Virtuosen und die Möglichkeiten der Frauen behandelt. Mit ihrer interdisziplinären Abhandlung leistet die Autorin einen Beitrag zur Verbindung von Klassischer Philologie, Alter Geschichte und Klassischer Archäologie. Das Buch dient somit nicht nur der besseren Kenntnis dieses Berufsstandes, sondern fördert auch das Verständnis der griechischen Kultur- und Mentalitätsgeschichte, weil die Selbsteinschätzung und Bewertung der Musiker auf zentralen Werten der Griechen fußt.
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9. Die Verdienstmöglichkeiten der Auleten

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9.   Die Verdienstmöglichkeiten der Auleten

Weil nur vereinzelte Angaben zur Entlohnung der Auleten vorliegen, wissen wir über ihre Vermögensverhältnisse relativ wenig. Zweifellos war ihr Einkommen breit gefächert; denn nach diesen Zeugnissen wurden große Unterschiede in der Bezahlung gemacht.

9.1.    Gelegentliche Einkünfte

9.1.1.    Sachpreise

Die Haupteinnahmequelle erfolgreicher Musiker waren die Preise, die für die Sieger in diversen Agonen ausgesetzt waren. Sie konnten aus Wertgegenständen oder Geld bestehen. So empfingen die Gewinner der musischen Agone bei den Panathenäen in Athen bis ins ausgehende 5. Jahrhundert v.Chr. panathenäische Preisamphoren, die mit Öl gefüllt waren.1 Die Amphoren trugen die Inschrift ΤΟΝΑΘΗΝΗΘΕΝΑΘΛΟΝ und waren mit der Darstellung eines musischen Agons auf der Rückseite geschmückt.2 Weil immer mehr Fremde an diesen Wettkämpfen teilnahmen, wurden die traditionellen Ölamphoren 403/02 v.Chr. von neuen Siegesprämien, nämlich Geld und goldenen Kränzen, abgelöst;3 denn sie waren leichter zu transportieren als die Tongefäße. Diese Änderungen sind durch die Etablierung des Virtuosentums bedingt; führten doch die Spitzenmusiker ihre Ausstattung und Siegespreise mit sich, wenn sie von einem Agon zum nächsten reisten.

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