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Das Ornamentum der Galerie dʼUlysse von Fontainebleau im gesellschaftlichen Kontext

Phase I

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Barbara Schmachtenberg

François I er gilt als Hauptrepräsentant der Renaissancefürsten. Seine exzessive Bautätigkeit wurde, bezogen auf die erhaltenen Schlösser, kunsthistorisch intensiv bearbeitet. Die zerstörten Bauwerke, zu denen auch die Galerie d’Ulysse gehört, fanden in der deutschen Literatur dagegen bisher nur wenig Beachtung. Diese Untersuchung möchte das ändern. Sie analysiert – auf der Grundlage vorausgegangener französischer Forschungsarbeiten – das 1738 abgerissene Gebäude der Galerie und dessen erste Dekorationen (1537-1556). Da die Galerie keine repräsentativen Aufgaben zu erfüllen hatte, konnte Francesco Primaticcio den einzigartigen Freiraum, den aus Italien angeworbene Künstler während der Regierungszeit von François I er genossen, nutzen, um in Frankreich italienische Renaissancekunst ohne beeinträchtigende Herrscherpanegyrik zu schaffen.
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1. Einführung: Projekt, zeitliche Eingrenzung und Begriffsbestimmung

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1. Einführung:

Projekt, zeitliche Eingrenzung und Begriffsbestimmung



Abb. 1: Jacques Androuet Du Cerceau, Fontainebleau, von Süden gesehen, ca. 1579



Abb. 2: Jacques Androuet Du Cerceau, Fontainebleau, von Norden gesehen, ca. 1579 ← 1 | 2 →

Das Projekt:

Die ‚Galerie d‘Ulysse’ wurde ab 1537 als Aufstockungsbau des vorher schon bestehenden einstöckigen Gebäudetrakts der Südseite des neuen Schlosshofs, der ‚Cour basse’, später wegen der dort aufgestellten, aus weißem Gips gefertigten Pferdestatue ‚Cour du cheval blanc’ genannt, errichtet. Sie hatte eine Länge von mehr als 150 Metern und war im Innern 6,25 m breit. Im Osten endete sie neben dem ‚Pavillon des Poêles’, im Westen schloss sie an die ‚Grotte des Pins’ an.1

Anfangs war sie mehr oder weniger namenlos, denn um sie zu bezeichnen, fehlten noch nicht durch andere Bauten des Schlosses besetzte Adjektive. Zwar entstand hier die größte (la plus grande) Galerie Frankreichs, aber da die später als ‚Galerie François Ier’ bezeichnete erste Galerie bereits ‚Grande Galerie’ genannt wurde,2 fiel diese Bezeichnung für die zweite, nun entstehende aus. Man behalf sich mit rein örtlichen Bezeichnungen wie ‚Galerie de la cour basse’, und später, als die Pferdestatue auf dem neuen Schlosshof aufgestellt worden war, ‚Galerie de la cour du cheval blanc’. Erst 1547, als der Bauherr François Ier verstorben war, wurde das Adjektiv ‚grande’ für die zweite Galerie des...

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