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Paradies und Sündenfall

Stoffe und Motive der Genesis 3-Rezeption von Tertullian bis Ambrosius

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Gabriele Spira

Die Studie untersucht die Rezeption der Paradies- und Sündenfallerzählung des Buches Genesis, welche zu den wirkmächtigsten Texten des Alten Testaments zählt. In der christlichen Literatur hat diese eine eindrucksvolle Rezeptionsgeschichte erfahren. Die Autorin nimmt einen kleinen, aber zentralen Ausschnitt aus der langen Auslegungstradition in den Blick und konzentriert sich auf die ersten christlichen lateinischen Autoren bis zum Ende des 4. Jahrhunderts. Sie stellt die nordafrikanischen Schriftsteller Tertullian, Cyprian und Laktanz, aus dem gallischen Raum Hilarius von Poitiers, schließlich die Römerin Proba und Ambrosius von Mailand vor. Das Buch zeigt deren individuelle Auswahl und Deutung von Stoffen und Motiven aus Genesis 3.
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Einleitung

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A. Zielsetzung und Methodik

Der Kern der biblischen Geschichte, die in Gen 3 narrativ entfaltet wird, besteht – nimmt man Gen 2,25 als verknüpfenden Vers des vorausgehenden Kapitels hinzu –, in der Darstellung der anfänglich unbekümmerten Nacktheit des ersten Menschenpaares, das nach der Verführung durch die Schlange und dem verbotenen Genuss vom Baum der Erkenntnis seine Nacktheit wahrnimmt und sich mit Feigenblättern bedeckt, sich danach aus Furcht vor Gott versteckt, bevor es nach einer „Strafrede“ Gottes von ihm mit Fellkleidern versehen wird und das Paradies verlassen muss, dessen Zugang ihm von da an versperrt bleibt.

Hinter dieser scheinbar einfachen Erzählstruktur verbergen sich jedoch vielfältige Stoffe und Motive, die weit über das knapp umrissene erzählerische Grundgerüst hinausgehen. Die sogenannte Paradies- bzw. Fallerzählung (Gen 3), die eindeutig zu den prägendsten und wirkmächtigsten Texten des Alten Testamentes gehört, hat die frühen Schriftsteller bzw. Theologen der Alten Kirche in vielfältiger Weise beschäftigt. Die unterschiedlichen Aspekte, die sich bei der Deutung dieser Textpassage auftun, sind Fragen von Gottes- und Schöpfungslehre, von Anthropologie und Eschatologie, von Sünde und Schuld, von Auftrag und Rolle von Mann und Frau; des Weiteren geht es um die Existenz des Bösen bzw. der Schlange und des Teufels und deren Wirkweise, darüber hinaus auch um den Verlust des Paradieses und der Gottesnähe sowie um die Todesverfallenheit des Menschen. Ebenso wird von einigen Autoren auch die Thematik...

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