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Die GmbH in der Krise

Geschäftsführerverantwortlichkeit im Vorfeld der Insolvenz

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Timo Wanner

Das Werk befasst sich mit den spezifischen Pflichten und Haftungsrisiken des GmbH-Geschäftsführers im Vorfeld der Insolvenz. Ziel ist es, diese unübersichtliche und verstreute Materie einer sinnvollen, systematischen Ordnung zuzuführen. Der Autor unterscheidet drei Regelungs- bzw. Pflichtenkreise: (1) die allgemeinen Pflichten des Geschäftsführers mit Blick auf die Unternehmenskrise, (2) die besonderen Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit der Kapitalerhaltung und (3) die besonderen Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit dem Solvenz- und Existenzschutz. Diesem von Generalklauseln und unbestimmten Rechtsbegriffen geprägten Regelungsbereich werden so brauchbare Konturen verliehen, die der besonderen Situation des Geschäftsführers auch in praktischer Hinsicht gerecht werden.
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Einleitung

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A. Der GmbH-Geschäftsführer in der Krise

I. Insolvenzanfälligkeit und Haftungsgrundsätze der GmbH

Die GmbH als Unternehmensrechtsform erfreut sich einer großen und weiterhin steigenden Beliebtheit und ist der Anzahl nach mit ca. einer Million Gesellschaften1 die bei weitem häufigste Gesellschaftsform in Deutschland2. Andererseits ist sie auch die am stärksten von Unternehmensinsolvenzen betroffene Rechtsform3. Zwar hat sich die Lage seit dem Höchststand im Jahre 2003 mit 20.034 insolventen GmbHs zwischenzeitlich erheblich verbessert, im Jahre 2008 haben sich beispielsweise nur noch 10.929 GmbHs für insolvent erklärt4, zuletzt wurden mit der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise aber wieder neue Rekordzahlen erreicht5. Die durch GmbH-Insolvenzen verursachten Schäden (Forderungsausfälle, Verfahrenskosten, Zahlung von Insolvenzgeld etc.) betragen jährlich viele Milliarden Euro6. Diese auf die Teilnahme der GmbH am Wirtschaftsleben zurückzuführenden enormen Schäden stehen in einem gewissen Spannungsverhältnis zu dem Prinzip der Haftungsbeschränkung bei der GmbH, wonach den Gesellschaftsgläubigern gegenüber grundsätzlich allein ← 1 | 2 → das Gesellschaftsvermögen haftet, nicht aber der Gesellschafter oder aber der Geschäftsführer persönlich7. Um das mit dem Wirtschaften mit beschränkter Haftung verbundene Risiko Dritter zumindest teilweise auszugleichen, hat der deutsche Gesetzgeber ein umfassendes, fein ziseliertes Gläubigerschutzsystem geschaffen: Neben den Kapitalschutzregeln hält das GmbH-Recht ein dichtes Netz an haftungsbewehrten Verantwortlichkeitsregeln zum (mittelbaren und unmittelbaren) Schutz der Gesellschaftsgläubiger bereit. Die Haftungsrollen sind dabei auf Gesellschafter und Geschäftsführer verteilt: Das Risiko von Kapitalaufbringungs-...

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