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Die GmbH in der Krise

Geschäftsführerverantwortlichkeit im Vorfeld der Insolvenz

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Timo Wanner

Das Werk befasst sich mit den spezifischen Pflichten und Haftungsrisiken des GmbH-Geschäftsführers im Vorfeld der Insolvenz. Ziel ist es, diese unübersichtliche und verstreute Materie einer sinnvollen, systematischen Ordnung zuzuführen. Der Autor unterscheidet drei Regelungs- bzw. Pflichtenkreise: (1) die allgemeinen Pflichten des Geschäftsführers mit Blick auf die Unternehmenskrise, (2) die besonderen Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit der Kapitalerhaltung und (3) die besonderen Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit dem Solvenz- und Existenzschutz. Diesem von Generalklauseln und unbestimmten Rechtsbegriffen geprägten Regelungsbereich werden so brauchbare Konturen verliehen, die der besonderen Situation des Geschäftsführers auch in praktischer Hinsicht gerecht werden.
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2. Kapitel: „Unternehmenskrise“

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2. Kapitel: „Unternehmenskrise“

Der für den GmbH-Geschäftsführer im Hinblick auf die Haftungsverschärfung kritische Zeitraum wird häufig mit dem Begriff der Unternehmenskrise bezeichnet. Eine einheitliche gesetzliche Definition der Unternehmenskrise besteht derzeit nicht (§ 32a Abs. 1 GmbHG a. F. ist als Sonderfall durch das MoMiG aufgehoben worden). Die einzelnen Gesetze verwenden nicht den Begriff der Krise, sondern knüpfen vielmehr ihre Rechtsfolgen an eigene Tatbestände, in denen jeweils besondere Krisenmerkmale eine Rolle spielen17.

Trotz des verbalen Verzichts auf den Terminus „Krise“ im Gesetz lässt sich dennoch ein „Krisen-(geschäftsführungs)recht“18 ausmachen. Denn auch wenn der Gesetzgeber an den Begriff der Unternehmenskrise direkt keine Verhaltenspflichten knüpft, lassen sich bei einer Normanwendung, die auf die Besonderheiten der Unternehmenskrise Rücksicht nimmt und die die im Gesetz nur vereinzelt angesprochenen „Krisenpflichten“ (§§ 30, 33, 43 Abs. 3, 49 Abs. 3, 64 Satz 1 u. 3 GmbHG, § 15a InsO) konsequent „weiterdenkt“, zahlreiche weitere ungeschriebene Verhaltenspflichten in Krise und Krisenvorfeld feststellen.

Eine Gesamtbetrachtung dieser einzelnen haftungsbewehrten Verhaltenspflichten in Krise und Krisenvorfeld und die Erörterung eines einheitlichen Haftungskonzepts während dieser Phase setzt aber ein klares Verständnis des Begriffes der „Krise“ voraus.

A. Betriebswirtschaftliche Unternehmenskrise

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