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Danksagungen in Dissertationen

Zur Genese einer Textsorte

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Julia Wesian

Die Studie stellt die erste umfassende linguistische Analyse der Textsorte Dissertations-Danksagung im deutschsprachigen Raum dar. Auf der Grundlage eines eigens für die Untersuchung entwickelten Textbeschreibungsmodells wird die Entwicklungsgeschichte der Textsorte in vier ausgewählten Fachdisziplinen nachgezeichnet. Für die textlinguistische Forschung leistet diese empirische Arbeit insofern einen wichtigen Beitrag, als sie die Textlinguistik in ihrem Vorhaben unterstützt, eine flächendeckende Beschreibung der existierenden Textsorten zu erzielen.
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II Forschungsstand und Desiderate

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IIForschungsstand und Desiderate

1Stand der Forschung im deutsch- und englischsprachigen Raum

Das Thema des Dankens in einer wissenschaftlichen Abhandlung ist in der Vergangenheit in verschiedenen Aufsätzen sowie als Teilaspekt umfassender Untersuchungen behandelt worden. Im deutschsprachigen Raum befasst sich zum Beispiel Antos (1986) im Zuge seiner Analyse von Grußworten auch peripher mit Danksagungen, die er als einen Sprechakt/Teiltext des Grußwortes auffasst.2 Grußworte als Ganzes wiederum versteht Antos als „‘Textakte’ in einem dem Sprechakt-Begriff parallelen Sinne“, deren dominierende illokutive Funktion „eben nicht im Übermitteln von Grüßen“ bestehe, sondern in der Deklaration sozialer Anerkennung (Antos 1986: 53). Mit dieser Auffassung, die bereits zu Beginn des Aufsatzes formuliert wird, fokussiert Antos die soziale Funktion von Texten und legt zugleich den Grundstein für seine weiteren Ausführungen. So nutzt er die soziale Funktion als Beschreibungsrahmen, um weitere wichtige Merkmale der Textsorte herauszustellen, zu denen er insbesondere ihre Stilistik zählt.

Gülich (1997) betrachtet Danksagungen in wissenschaftlichen Untersuchungen insbesondere unter dem Aspekt des Formelhaften.3 Konkret nutzt sie die Textsorte Danksagung, um ihr Konzept „Formelhafter Text“, mit dem sie der Frage nachgeht, „ob man sinnvollerweise Textteile und sogar ganze Texte als Phraseologismen beschreiben kann“ (Gülich 1997: 131), an konkreten Textbeispielen zu verifizieren und Charakteristika formelhafter Texte zu entwickeln (Gülich 1997: 131f.). Dabei zieht Gülich auch einen Vergleich zwischen Grußworten und Danksagungen und weist auf deutliche Parallelen hin, wie die Tatsache, dass Grußworte wie auch Danksagungen nicht mit ihrem allt...

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