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Stand und Perspektiven der Gesundheitsversorgung

Optionen und Probleme rechtlicher Gestaltung

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Edited By Astrid Wallrabenstein and Ingwer Ebsen

Zwei in mancher Hinsicht zusammenhängende Problemfelder werden durch die in diesem Band versammelten Beiträge namhafter Kenner des deutschen Gesundheitssystems – überarbeitete Fassungen von Vorträgen im April 2013 – untersucht: das seit langem kontrovers diskutierte Thema des Ob und Wie einer Vereinheitlichung des aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung bestehenden Dualismus der Absicherung gegen Krankheit und die Frage wie, mit welchen Standards und durch wen (inwieweit auch durch die Gerichte?) der Leistungskatalog der sozialen Krankenversicherung bestimmt werden sollte. Diese Fragen werden auf der gesundheitspolitischen Agenda bleiben – auch soweit sie in der aktuellen Legislaturperiode des Bundestages nicht behandelt werden sollten.
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Gestaltungs- und Verfassungsfragen eines Übergangs zu einem einheitlichen Krankenversicherungsmarkt im Hinblick auf die PKV

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Assuming that the inevitable transition from the current dual health insurance system with its two branches of public and private, but both statutory insurance schemes into a uniform model will base on the actual public health insurance system and integrate the members of today’s private system, the following contribution deals with constitutional issues of the transition process. Therefore the author designs different options and discusses for each of them the conditions that have to be met deriving from the constitutional basic rights of both insured and insurers. Particular focus is placed on the handling of old age reserves currently held by private insurance companies for their policyholders. The integration of civil servants into the proposed health insurance system requires attention as well. The detailed examination of constitutional demands leads to the conclusion that – contrary to an often heard argument – constitutional law does not preclude the transition into a uniform health insurance system in Germany.

I. Einleitung

Die abstrakte Vorstellung, in Deutschland gelte für alle Bürger das gleiche Krankenversicherungssystem, ist gemeinhin positiv besetzt. Die Gesundheitsökonomie betont einhellig, dass das Nebeneinander zweier Krankenversicherungssysteme im gleichen Rechts- und Wirtschaftsraum nicht sinnvoll ist, notwendigerweise zu Ausweichreaktionen und damit zu Fehlanreizen führt und nur als historisch vorgefundenes Faktum aber nicht konzeptionell erklärbar sind.1 Die Argumente für die Aufrechterhaltung des „Zweisäulenmodells“ einer ← 37 | 38 → privaten Krankenvollversicherung (PKV) neben der gesetzlichen Kranken(voll)versicherung (GKV) bewegen sich dementsprechend ausschließlich auf einer konkret-pragmatischen Ebene:...

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