Show Less
Restricted access

Der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda in Arusha/Tansania

Eine politisch-historische Bilanz

Series:

Helmut Strizek

Helmut Strizek zieht eine erste politisch-historische Gesamtbilanz zum Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, dessen Mandat Ende 2014 nach zwanzigjähriger Tätigkeit auslief. Das ernüchternde Ergebnis lautet, dass das Gericht seinem Auftrag, einen Beitrag zur nationalen Versöhnung zu leisten, nicht gerecht wurde. Die Ausgangsthese der Planung des Tutsi-Völkermords durch Hutu-Extremisten hat das Gericht für nicht beweisbar erklärt, zudem beruhten die Urteile fast ausschließlich auf Aussagen von Zeugen aus dem «Siegerlager». Es wurden nur Hutu-Politiker hinter Schloss und Riegel gebracht, um mögliche Mitwirkungsansprüche beim Aufbau eines demokratischen Nach-Genozid-Staats auszuschließen. Die Kriegsverbrechen der siegreichen Ruandischen Patriotischen Front, der heutigen Staatspartei, wurden auf westlichen Druck hin nicht untersucht.
Show Summary Details
Restricted access

1. Überblick

Extract

„Without a war in Rwanda, genocide would not have happened“ Scott Straus25

1.  Überblick

Zusammenfassung

Roma locuta – causa finita: Rom hat gesprochen, der Fall ist entschieden, soll der Kirchenvater Augustinus im Jahr 417 nach der Verurteilung der Pelagianer26 durch Papst Innozenz I. gesagt haben.

In diesem Buch wird die Frage behandelt, ob sich die Erwartung des „neuen Rom“ erfüllt hat, der Ende 1994 gegründete Internationale Strafgerichtshof für Ruanda werde die ruandische Katastrophe 1994 in seinem Sinne erklären und die so ermittelten Verantwortlichen einer gerechten Strafe zuführen. Zum formalen Ende des Arusha-Gerichts im Dezember 2014 lässt sich feststellen: causa non finita est.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.