Show Less
Restricted access

Der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda in Arusha/Tansania

Eine politisch-historische Bilanz

Series:

Helmut Strizek

Helmut Strizek zieht eine erste politisch-historische Gesamtbilanz zum Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, dessen Mandat Ende 2014 nach zwanzigjähriger Tätigkeit auslief. Das ernüchternde Ergebnis lautet, dass das Gericht seinem Auftrag, einen Beitrag zur nationalen Versöhnung zu leisten, nicht gerecht wurde. Die Ausgangsthese der Planung des Tutsi-Völkermords durch Hutu-Extremisten hat das Gericht für nicht beweisbar erklärt, zudem beruhten die Urteile fast ausschließlich auf Aussagen von Zeugen aus dem «Siegerlager». Es wurden nur Hutu-Politiker hinter Schloss und Riegel gebracht, um mögliche Mitwirkungsansprüche beim Aufbau eines demokratischen Nach-Genozid-Staats auszuschließen. Die Kriegsverbrechen der siegreichen Ruandischen Patriotischen Front, der heutigen Staatspartei, wurden auf westlichen Druck hin nicht untersucht.
Show Summary Details
Restricted access

6. Der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda

Extract

6.  Der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda163

6.1  Politischer Hintergrund

Vorbemerkung

Das Wort Ruanda ruft weltweit die Assoziation mit dem Völkermord an der Tutsi-Bevölkerung im Jahr 1994 hervor. Die Öffentlichkeit glaubt, dieser Völkermord sei das Ergebnis planvoller rassistischer Aktionen der Hutu-Bevölkerung zur Vernichtung der Tutsi-Bevölkerungsminderheit gewesen.

Der historische Hintergrund ist allerdings viel komplexer und die Tatsache, dass das Arusha-Gericht zur Ahndung dieser Verbrechen schon indirekt in einem Dokument konzipiert wurde, das mehr als ein Jahr vor dem Tutsi-Völkermord verfasst wurde, ist nicht in das allgemeine Bewusstsein eingegangen.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.