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Deutschlandismen in den Lernerwörterbüchern

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Chiara Scanavino

In Zeiten der Europäischen Union und der vereinfachten Mobilität innerhalb Europas ist es sehr wichtig, auf die eigene Sprachverwendung zu achten: Regional markierte Wörter erschweren die Kommunikation, besonders für die Lerner einer Fremdsprache, weil sie ungesteuert gelernt werden. Auch wenn die Standardsprache Deutschlands als überregional und übernational gilt, weicht sie vom Standard Österreichs und der Schweiz ab. Das Deutsche – wie das Englische und viele andere Sprachen auf der Welt – ist eine plurizentrische Sprache: Sie wird in mehreren Orten, den Zentren, kodifiziert. Deutschland verfügt über eine eigene nationale Varietät, auch wenn sich die Deutschen dessen nicht bewusst sind. Die Arbeit befasst sich mit den Deutschlandismen, den typischen, sprachlichen Merkmalen der Standardsprache Deutschlands, die von Ammon Teutonismen genannt werden, und zeigt, wie die Lexikographen sie behandeln sollten.
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F. Plurizentrik im Spiegel der Lexikographie

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Um später Verbesserungsvorschläge machen zu können, ist es an dieser Stelle notwendig zu untersuchen, wie Wörterbücher die Plurizentrik des Deutschen darstellen. Dieses letzte Kapitel ist in drei Teile gegliedert. Zunächst wird besprochen, wie sich die deutsche Lexikografie entwickelt hat. Besonders berücksichtigt wird die plurizentrische und die Lernerlexikografie, da nationale Varietäten des Deutschen vor allem in den Lernerwörterbüchern enthalten sein sollten. Außerdem soll die vorliegende Arbeit das Learners’ Dictionary des Deutschen sowie das Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache (LGWDaF) elaborieren. Deswegen wird eine quantitative Analyse durchgeführt. Darüber hinaus werden (im zweiten Teil des Kapitels) die Merkmale eines idealen Lernerwörterbuchs eruiert, und es werden Vorschläge für zukünftige Wörterbücher (allgemein und enzyklopädisch) gemacht.

1. Geschichte der plurizentrischen deutschen Lexikographie

Schmidlin (2011: 110–112) berichtet, dass die ersten Versuche, die Plurizentrik einer Sprache in den Wörterbüchern widerzuspiegeln, auf die Arbeiten des amerikanischen Lexikografen Noah Webster zurückzuführen sind. Hier wurde „[…] die sprachliche Unabhängigkeit des Amerikanischen vom Britischen zum selben Punkt [erklärt], als eine neue, eigene Währung eingeführt wurde“ (Ebd. 110). Trotzdem wurde die amerikanische Varietät des Englischen lange nicht als solche anerkannt, und nach neueren Studien gibt es „[…] in der englischsprachigen Lexikographie ein starkes national bedingtes Ungleichgewicht […]“ (Ebd.), weil das Oxford English Dictionary (OED) noch im Jahr 1995 keine Britizismen andeutete (Ebd. 110f.). Den Studien, die Schmidlin (2011)...

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