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Deutschlandismen in den Lernerwörterbüchern

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Chiara Scanavino

In Zeiten der Europäischen Union und der vereinfachten Mobilität innerhalb Europas ist es sehr wichtig, auf die eigene Sprachverwendung zu achten: Regional markierte Wörter erschweren die Kommunikation, besonders für die Lerner einer Fremdsprache, weil sie ungesteuert gelernt werden. Auch wenn die Standardsprache Deutschlands als überregional und übernational gilt, weicht sie vom Standard Österreichs und der Schweiz ab. Das Deutsche – wie das Englische und viele andere Sprachen auf der Welt – ist eine plurizentrische Sprache: Sie wird in mehreren Orten, den Zentren, kodifiziert. Deutschland verfügt über eine eigene nationale Varietät, auch wenn sich die Deutschen dessen nicht bewusst sind. Die Arbeit befasst sich mit den Deutschlandismen, den typischen, sprachlichen Merkmalen der Standardsprache Deutschlands, die von Ammon Teutonismen genannt werden, und zeigt, wie die Lexikographen sie behandeln sollten.
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Einleitung

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Im Jahre 1995 wurden 21 Austriazismen (Vgl. D4. und ff.) – darunter auch Marille und Erdapfel – von der EU anerkannt. Damit wurde eine Diskussion über die Plurizentrik (Plurizentrizität) (Vgl. Schmidlin 2011) der deutschen Sprache – die bereits mit zwei Aufsätzen von Michael Clyne (1984 und 1992) begonnen hatte – intensiviert: Wie Englisch, Französisch und manch andere Sprachen auf der Welt ist das Deutsche ebenfalls eine plurizentrische Sprache, die aus drei staatlichen1 Varietäten (schweizerisches, österreichisches und deutsches Standarddeutsch2) besteht.

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie die oben genannten Varietäten – insbesondere die deutsche – in den einsprachigen Wörterbüchern des Deutschen (sowohl für Muttersprachler als auch Lernerwörterbücher) repräsentiert werden: In Ammon (2004) wird bereits darauf verwiesen, dass die Wörterbücher die Vielfalt des Deutschen (Schmidlin 2011) nicht ausreichend detailliert darstellen, da sie zu sehr an der Standardsprache Deutschlands orientiert sind. Daraus folgt, dass die Benutzer aus der Schweiz und Österreich Schwierigkeiten bei der Erkennung der Varianten der Standardvarietäten ihrer Länder haben, weil die sogenannten Teutonismen3 nicht als solche markiert werden. Darüber hinaus stellen die staatlichen Varietäten des Deutschen ein Problem für DaF-Lerner4 dar, da im Unterricht häufig auf diese nicht gezielt aufmerksam gemacht wird. Nach Ammon sollen aus diesem Grund Deutschlandismen5 künftig in Wörterbücher aufgenommen werden.

Ziel der Untersuchung ist zu überprüfen, welche Merkmale die Standardsprache Deutschlands aufweist, und wie die nationalen Varietäten des Deutschen in ← 9...

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