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Lokalisierbarkeit von User-Interface-Strings

Übersetzerische Aspekte der Internationalisierung und Lokalisierung von Software, untersucht anhand der Übersetzungsrichtungen Englisch–Deutsch und Englisch–Russisch

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Alexander Behrens

Der Autor erforscht Gründe für das Entstehen sprachlicher Defekte in lokalisierten Oberflächen von Computerprogrammen. Dabei geht es nicht um Defizite in der Sprachkompetenz des Übersetzers, sondern um erzwungene Normverstöße, die dann entstehen, wenn der Übersetzer die Kontrolle über das Translat verliert. Der Fokus liegt deswegen auf dem technologischen und sozioökonomischen Kontext der Lokalisierungsleistung. Die Analyse zeigt, warum und wie die digitale Revolution das übersetzerische Berufsbild verändern wird. Das Buch bietet neue Überlegungen zur Zukunft des Übersetzens und zur Ausbildung von Übersetzern.
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2. Zwischenfazit und Arbeitshypothesen

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2.    Zwischenfazit und Arbeitshypothesen

Im Vorfeld der Untersuchung haben sich Positionen herauskristallisiert, die der Arbeit ihre Richtung gegeben haben und an dieser Stelle deswegen referiert werden sollen.

Das Interesse vorgelegter Untersuchung richtet sich zunächst auf solche Übersetzungsprobleme, die unmittelbar auf Barrieren des technologischen Umfelds zurückgeführt werden können. Zu Übersetzungsproblemen kommt es u. a. bei Vorliegen der folgenden Bedingungen:

•   Teilstrings in dynamischem Kontext wurden statisch festgelegt.46

•   Der Stringbestand wurde normalisiert.47

•   Ressourcen wurden benennungsorientiert bzw. rein typografisch konsolidiert.48

Solche Übersetzungsprobleme lassen sich mit dem tradierten Begriff der Übersetzbarkeit49 nicht beschreiben. Denn wohl sind isolierte Ausdrücke, die nach einem dem Übersetzer unbekannten Plan miteinander verbunden werden sollen, „unübersetzbar“, dies aber nicht wegen des Fehlens von Informationsübertragbarkeit (Neubert 1975:5), sondern wegen der Art ihrer Repräsentation und Verarbeitung. Was hier Lokalisierbarkeit genannt werden soll, manifestiert sich also nicht im Begrifflichen, sondern in der Herstellbarkeit einer morphosyntaktischen oder lexikalischen50 Wohlgeformtheit des Zielausdrucks. Für die Bestimmung ← 39 | 40 → der Lokalisierbarkeit eines UI-Strings ist damit vornehmlich die Frage nach der Kontrollierbarkeit des zielsprachlichen Ausdrucks für den Übersetzer zu stellen.

Diese Überlegungen motivieren zur Formulierung von Hypothese 1: Lokalisierbarkeit ist keine textuelle, sondern eine kontextuelle Eigenschaft.

Es ist deswegen legitim, mit der Kritik im Internationalisierungsstadium anzusetzen. Das Desideratum wäre damit, so ließe sich schlussfolgern, in der Informatik bzw. Informationstechnik anzusiedeln, der man antragen könnte, dem Übersetzer geeignete Kontrollstrukturen in...

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