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Lokalisierbarkeit von User-Interface-Strings

Übersetzerische Aspekte der Internationalisierung und Lokalisierung von Software, untersucht anhand der Übersetzungsrichtungen Englisch–Deutsch und Englisch–Russisch

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Alexander Behrens

Der Autor erforscht Gründe für das Entstehen sprachlicher Defekte in lokalisierten Oberflächen von Computerprogrammen. Dabei geht es nicht um Defizite in der Sprachkompetenz des Übersetzers, sondern um erzwungene Normverstöße, die dann entstehen, wenn der Übersetzer die Kontrolle über das Translat verliert. Der Fokus liegt deswegen auf dem technologischen und sozioökonomischen Kontext der Lokalisierungsleistung. Die Analyse zeigt, warum und wie die digitale Revolution das übersetzerische Berufsbild verändern wird. Das Buch bietet neue Überlegungen zur Zukunft des Übersetzens und zur Ausbildung von Übersetzern.
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Zusammenfassung

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Mit vorgelegter Arbeit werden erstmals Ursachen für infrastrukturell bedingte Sprachnormverletzungen in humanübersetzten User-Interface-Strings von Computerprogrammen untersucht. Ausgangsproblem sind damit zielsprachliche Defekte, die dem Produktionskontext geschuldet sind und nicht Defiziten in der Sprachkompetenz des Übersetzers. Aus linguistischer Sicht ist das Untersuchungsinteresse dabei auf die Intraphrastik von Ausdrücken gerichtet, aus technischer Sicht insbesondere auf dynamische Zeichenketten, also auf solche, deren syntagmatische Präsentation sich flüchtig zur Laufzeit manifestiert.

Zur Erkundung genannter Defekte werden zunächst die Praxis der Software-Internationalisierung aus linguistischem Blickwinkel beleuchtet und Lokalisierungsbarrieren identifiziert. Mit Letzteren gerät die Untersuchung zwangsläufig auf das Terrain der Software-Lokalisierung und hier einer noch jungen Technik – des translation scripting, also des Einsatzes von Scripten bzw. Makros zur logischen Steuerung der zielsprachlichen Ausgabe. Im technologischen Teil der Arbeit wird anhand ausgewählter Architekturen (Android SDK und iOS SDK; GNU gettext V.0.18.3.1; KDE Framework 5 und Mozilla L20n) theoretisch und experimentell gezeigt, dass solche Architekturen für die Planung linguistisch wohlgeformter Ergebnisse in recht unterschiedlichem Maße geeignet sein können.

Die zunächst zur Software-Internationalisierung, sodann zur Software-Lokalisierung angestellten Beobachtungen weisen schließlich den Weg zu einem dritten Themenkreis, namentlich jenem des übersetzerischen Fremd- und Selbstkonzepts und der Positionierung der Übersetzungsleistung im Produktionskontext. Als Befund wird dabei aufgezeigt, dass die bestehenden Rollenbilder im hier betrachteten Segment (kleine Unternehmen und freiberuflich tätige Übersetzer) selbst Lokalisierungsbarrieren schaffen. Zu unterschiedlich sind unter den Erbringern und Empfängern von Übersetzungsleistungen zuweilen die Vorstellungen von den Anforderungen und...

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