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Von einer idealen Rechtsphilosophie zur Realen Rechtslehre – und wohin dann?

Wandlungen im rechtsontologischen Denken Ernst Wolfs

Edited By Horst Hammen

Der Marburger Rechtsphilosoph Ernst Wolf (1914–2008), dessen rechtsontologischem Denken dieser Band gewidmet ist, ist in den 1950er Jahren von einer idealen Rechtsphilosophie zu seiner in eine reale Wissenschaftslehre eingebetteten Lehre von der Realität rechtlicher Verhältnisse übergegangen. Am Ende seines Lebens sind ihm nicht etwa an seiner realen Wissenschaftslehre im Allgemeinen, wohl aber an seiner Realen Rechtslehre Zweifel gekommen. Der Band zeichnet diese Entwicklungen nach.
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Die Reale Rechtslehre – Ein Schlüssel zum Verständnis des Rechts?

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I. Einführung

Der 100. Geburtstag von Ernst Wolf gibt Anlass, uns erneut seinem Werk zuzuwenden. Wir greifen dabei aus einem reichen Schrifttum die Reale Rechtslehre heraus, die für Wolf wohl auch im Mittelpunkt gestanden hat. Die Reale Rechtslehre kann unter drei Aspekten gesehen werden, einem philosophischen, einem juristischen und einem politischen. Der Hinweis auf den philosophischen Aspekt könnte irritierend wirken, da Wolf auf den ersten Blick auf der Grundlage einer der Philosophie gegenüber kritischen Einstellung das Recht als Wissenschaft begründen wollte. Hier beginnen aber bereits die Schwierigkeiten. Die Kritik Wolfs bezieht sich nicht auf die Philosophie als solche, sondern auf die Gründung der Rechtswissenschaft auf den philosophischen Idealismus. Grundlagenwissenschaften bleiben für ihn die Ontologie und die Logik, die herkömmlicherweise als philosophische Spezialdisziplinen angesehen werden. Die Würdigung unter rechtlichem Aspekt ist durch das Thema der Realen Rechtslehre vorgegeben. Bei einer Würdigung unter politischem Aspekt ergeben sich ähnliche Schwierigkeiten wie beim philosophischen Aspekt. Wolf würde sich wohl missverstanden fühlen, wenn man ihm eine politische Intention unterstellte. Dennoch kann natürlich auch eine apolitische Rechtslehre unter politischem Aspekt gesehen werden.

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