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Langeweile in kaufmännischen Unterrichtsprozessen

Entstehung und Wirkung emotionalen Erlebens ungenutzter Zeitpotentiale

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Kristina Kögler

Kristina Kögler widmet sich in ihrem Buch dem besonders in der beruflichen Bildung vernachlässigten Phänomen der unterrichtlichen Langeweile. Angesichts der Allgegenwart und Vieldeutigkeit der Emotion stellt sich auch und besonders im kaufmännischen Kernfach Rechnungswesen die Frage nach Entstehungsbedingungen und Wirkungen. Die Autorin integriert Theoriestränge zur Psychologie des Zeiterlebens und der Emotionsentstehung. Mittels Videographie und Experience-Sampling werden Beobachtungs- und Befragungsdaten gekoppelt und mehrebenenanalytisch ausgewertet. Die Ergebnisse gewähren einen Einblick in die prozessuale Dynamik der Entstehungsbedingungen unterrichtlicher Langeweile und ergänzen die pädagogisch-psychologische Befundlage zum Konstrukt.
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3. Langeweile als emotionales Erleben ungenutzter Zeitpotentiale: Konstruktverständnis, Modellierungen, Forschungsstand

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3.  Langeweile als emotionales Erleben ungenutzter Zeitpotentiale: Konstruktverständnis, Modellierungen, Forschungsstand

In dem subjektiven Phänomen Langeweile konvergieren sowohl Qualitäten des individuellen Zeitbewusstseins als auch des emotionalen Erlebens vor dem Hintergrund situativer und personenbezogener Bedingungen. Nach der Beschäftigung mit grundlegenden Mechanismen individueller Zeitwahrnehmung und Emotionsgenese, besteht das Ziel dieses Kapitels in einer Auseinandersetzung mit Definitorik und Abgrenzung des Langeweilekonstrukts, verschiedenen Modellierungen von Entstehungsbedingungen und Wirkung sowie der Würdigung einschlägiger Befunde in (zumeist) schulischen Bildungskontexten. Zunächst wird auf das psychologische Konstruktverständnis von Langeweile als Lernemotion und entsprechende Begründungen und Klassifikationen eingegangen und der Versuch einer Abgrenzung zu anderen emotional-motivationalen Konstrukten unternommen. Ferner werden verschiedene, bereits existierende Modellierungen der Entstehungsbedingungen und Folgen von Langeweile einer intensiven Betrachtung unterzogen und auf ihre Tauglichkeit als Referenzmodelle für die vorliegende Untersuchung hin bewertet. Nach einer anschließenden systematischen Zusammenschau einschlägiger empirischer Befunde und der Identifikation von Forschungslücken wird eine eigene hierarchische Strukturmodellierung des Gegenstandsbereichs vorgestellt, die dem nachfolgenden empirischen Teil dieser Arbeit zugrunde gelegt wird.

3.1  Definition und Abgrenzung des Langeweilekonstrukts

3.1.1  Frühe Definitionsversuche und Minimalkonsens

Die Beschäftigung mit dem Phänomen Langeweile setzt zunächst eine gründliche Definitorik voraus. Es existieren bereits seit den Anfängen der Forschung zum Konstrukt zahlreiche konkurrierende, inhaltlich heterogene Versuche, Langeweile zu definieren (vgl. Fisher, 1993, 395): Eine der gleichermaßen älteren wie für die nachfolgende wissenschaftliche Diskussion bedeutsamen theoretischen Abhandlungen über die Psychologie der Langeweile stammt...

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