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Das Erbe der Slawenapostel im 21. Jahrhundert / The Legacy of the Apostles of the Slavs in the 21st Century

Nationale und europäische Perspektiven / National and European Perspectives

Series:

Thede Kahl and Aleksandra Salamurović

Die Heiligen Kyrill und Method spielen durch ihre Bibelübersetzung und die Schaffung eines slawischen (glagolitischen) Alphabets eine herausragende Rolle für die religiöse, kulturelle und nationale Identität der Slawen. Die Beiträge dieses Bandes aus Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaft setzen sich mit dem geistigen Erbe der Slawenapostel im 21. Jahrhundert auseinander. Dabei stehen Erinnerungsdiskurse und die Schriftfrage im Mittelpunkt des Interesses. Die zahlreichen Funktionen ihres Erbes – Integration, Emanzipation und Abgrenzung – zeigen eine durchgehende Dynamik zwischen südslawischen, allgemein slawischen und europäischen Entwicklungslinien, die bis ins das 21. Jahrhundert wirken. Somit ist die Auseinandersetzung mit ihrem kulturellen Erbe noch lange nicht erschöpft.
The saints Cyril and Methodius play a prominent role for the religious, cultural and national aspects of Slavic identity owing to their translation of the Bible and the creation of a Slavic (Glagolitic) alphabet. The contributions to this volume, from the fields of cultural, literary and linguistic studies, discuss the spiritual legacy of the Slavic Apostles in the 21 st century. The countless roles of their legacy (integration, emancipation, differentiation) demonstrate continuous dynamics between south Slavic, general Slavic and European lines of development that continue to operate in the 21 st century. Thus, the debate on their cultural legacy has not yet been fully exhausted.
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Patrizia Pawelek (München) - Kyrill und Method als europäischer Erinnerungsort?

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Patrizia Pawelek (München)

Kyrill und Method als europäischer Erinnerungsort?

„Alle Dinge haben einen Anfang, das ist einfach so, aber die besten haben kein Ende.“1

Diese Wörter aus den Aufzeichnungen der Lebensgeschichte der beiden Brüder Kyrill und Method prophezeien auf eindrucksvolle Art und Weise, dass die Erinnerung an Kyrill und Method kein Ende zu haben scheint. Und in der Tat sind Kyrill und Method bis heute Kristallisationspunkte nationaler Gesinnung sowie nationaler Identitäten, vor allem im slawischen Raum. Nach Pierre NORA ist diese Kristallisation nationaler sowie kultureller Identität eine Eigenschaft von Erinnerungsorten. Ebenso sind Erinnerungsorte nach NORA einer bestimmten, sich erinnernden Gruppe zugehörig. Ausschlaggebend ist zudem, dass Erinnerungsorte materieller wie imaginärer Art sein können. Kyrill und Method entsprechen demnach einem imaginären Erinnerungsort. Es ist wichtig, von den Erinnerungsorten an Kyrill und Method, das heißt von mehreren verschiedenen Erinnerungsorten, zu sprechen. Dies deswegen, weil noch nicht klar ist, ob die Erinnerung an das Brüderpaar für all die erinnernden Gruppen identisch ist. Sollte dies der Fall sein, so kann einem übergreifenden Erinnerungsort an Kyrill und Method eine integrative Funktion zugeschrieben werden. Ob dies in Form eines europäischen Erinnerungsortes möglich ist, soll im Folgenden dargestellt werden. Zudem stell sich die Frage, ob Kyrill und Method als europäischer Erinnerungsort gelten können, was sind Gründe dafür oder dagegen und welche Konsequenzen zieht eine solche Kategorisierung nach sich?

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