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Pragmatische Phraseologismen und ihre lexikografische Darstellung

Am Beispiel eines mehrsprachigen elektronischen Spezialwörterbuches für Übersetzer

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Anna Ruusila

Muttersprachliche Sprachbenutzer sind in der Lage, andere Menschen normgerecht zu begrüßen, einen schönen Tag zu wünschen, Beileid auszusprechen und emotive Reaktionen wie Enttäuschung und Freude zu verbalisieren. In einer Diskussion können sie u.a. das Thema wechseln, die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners wecken und Formulierungsschwierigkeiten zum Ausdruck bringen. Das heißt, dass wir Sprachbenutzer in unserer alltäglichen Kommunikation pragmatische Phraseologismen verwenden. Die Studie beschreibt den Status quo der lexikografischen Darstellung dieser Phraseologismen in den heutigen Wörterbüchern. Es werden zudem Wörterbuchartikelmodelle für pragmatische Phraseologismen konzipiert, die für ein elektronisches Übersetzungswörterbuch mit Deutsch, Finnisch und Französisch gedacht sind.
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5. Lexikografische Grundbegriffe und Typen von Wörterbüchern

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In der modernen Lexikografie geht man davon aus, dass Wörterbücher Gebrauchsgegenstände sind, d. h. dass Wörterbücher produziert werden, um bestimmte Wissensbedürfnisse des Benutzers zu befriedigen (Tarp 2004, 27). Demnach muss man bei der Konzeption von Wörterbüchern von den speziellen Informationsbedürfnissen der Benutzer ausgehen und die in die Bücher aufzunehmenden Informationen in Übereinstimmung mit diesen auswählen (Verlinde/Leroyer/Binon 2009, 2; s. auch Engelberg/Lemnitzer 2009, 230). Die Wörterbuchkonzeption muss also benutzergesteuert sein. Beachtenswert ist, dass die Verlage und somit auch die Wörterbuchschreiber häufig ihre Benutzergruppe sehr weit definieren, was z. T. auf kommerzielle Gründe zurückzuführen sein dürfte: Es wird auf möglichst breite Märkte gezielt.123 Dieser Usus ist z. B. von Bergenholtz/Bothma/Gouws (2011, 34) kritisiert worden: „For many centuries lexicographers have proudly claimed that specifically their own dictionary was user-friendly and satisfies the needs of all users as well. This was, and still is, an immunizing and self-serving assertion in most cases.“

Bergenholtz/Bothma/Gouws (2011) weisen darauf hin, dass die Wörterbuchbenutzerforschung eine relativ neue Erscheinung ist, und meinen, dass die verwendeten Methoden der durchgeführten Untersuchungen, u. a. Benutzerbefragungen, für diese Untersuchungen nicht immer geeignet seien:

We [--] hold the view that lexicographers should not act as dictionary philologists or interpreters of what users remember of their use of dictionaries, but should especially develop new concepts of dictionaries on the basis of theoretical considerations concerning the needs of certain...

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