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Paradoxien der soziologischen Vernunft und ihre Überwindung

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Heinz Georg Kuttner

Das Buch beleuchtet die Wechselwirkung zwischen Mensch und Gesellschaft. Da der Mensch nicht als ein biologisch, psychisch und sozial determiniertes Lebewesen angesehen werden kann, sondern als ein sinnenbegabtes Vernunftwesen, kommt ihm als selbständig denkendes und handelndes Wesen ein substantielles Sein und der Gesellschaft ein relationales Sein zu. An Stelle einer empirisch subjektlosen und einer konstruktivistisch objektlosen Konzeption der Soziologie verfolgt der Autor eine an der analogia entis orientierte Konzeption der Soziologie. Im Unterschied zu einer aposteriorisch orientierten empirischen und einer apriorisch orientierten soziologischen Vernunft geht eine am Naturrecht orientierte soziologische Vernunft davon aus, dass der Bereich der Freiheit und Determination, des Seins und Sollens nicht als disjunkte, sondern als komplementäre Bereiche anzusehen sind. Von daher lässt sich normativ begründen, ob eine Gesellschaft gerecht oder ungerecht ist.
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Einleitung: Anliegen der sozialphilosophischen Arbeit

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Einleitung:  Anliegen der sozialphilosophischen Arbeit

In meinem Beitrag zum Logos der Sozialwissenschaften1 wurde bereits die Frage nach den Grundlagen einer kritischen Theorie der Gesellschaft gestellt, die aber nur in Grundzügen skizziert werden konnte. In der vorliegenden Arbeit soll dementsprechend vertieft der Frage nachgegangen werden, ob die menschliche Natur als Ursache der Gesellschaft oder die Gesellschaft als Ursache für die menschliche Natur anzusehen ist. Um diese Frage zu klären, ist eine Reflexion auf die der Soziologie zugrundeliegenden philosophischen Voraussetzungen erforderlich. Es soll in der vorliegenden sozialphilosophischen Arbeit dargelegt werden, dass die modernen soziologischen Theorien nur auf dem Hintergrund des Bruchs mit der aristotelisch-thomistischen Philosophie adäquat zu verstehen sind. Ging man in der klassischen Philosophie davon aus, dass sich die menschliche Natur durch die Vernunft und den freien Willen auszeichnet und der Mensch als ein sinnenbegabtes Vernunftwesen (animal rationale) zu verstehen ist, der ein substantielles Sein besitzt und dass demzufolge der Gesellschaft in Bezug auf den Menschen nur ein relationales Sein zukommt, geht die am Empirismus orientierte Soziologie davon aus, dass es überhaupt keine Wesensnatur der Dinge – und damit auch keine Wesensnatur des Menschen – gibt, sondern nur akzidentelle, beobachtbare Fakten und geht die am Konstruktivismus orientierte Soziologie davon aus, dass nicht der menschlichen Natur ein eigenes substantielles Sein zukommt, sondern der überindividuellen Gesellschaft bzw. dem System. Der empirisch-analytisch orientierten Soziologie geht es dementsprechend darum, mit Hilfe von der Konstruktion von Makro, Meso- oder Mikromodellen Hypothesen abzuleiten, die dann empirisch überprüft werden und aus denen man...

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