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Paradoxien der soziologischen Vernunft und ihre Überwindung

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Heinz Georg Kuttner

Das Buch beleuchtet die Wechselwirkung zwischen Mensch und Gesellschaft. Da der Mensch nicht als ein biologisch, psychisch und sozial determiniertes Lebewesen angesehen werden kann, sondern als ein sinnenbegabtes Vernunftwesen, kommt ihm als selbständig denkendes und handelndes Wesen ein substantielles Sein und der Gesellschaft ein relationales Sein zu. An Stelle einer empirisch subjektlosen und einer konstruktivistisch objektlosen Konzeption der Soziologie verfolgt der Autor eine an der analogia entis orientierte Konzeption der Soziologie. Im Unterschied zu einer aposteriorisch orientierten empirischen und einer apriorisch orientierten soziologischen Vernunft geht eine am Naturrecht orientierte soziologische Vernunft davon aus, dass der Bereich der Freiheit und Determination, des Seins und Sollens nicht als disjunkte, sondern als komplementäre Bereiche anzusehen sind. Von daher lässt sich normativ begründen, ob eine Gesellschaft gerecht oder ungerecht ist.
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Teil A: Historischer Teil: Die Herauskristallisierung der soziologischen Vernunft durch die Transformation der christlichen Heilslehre in eine säkulare Heilslehre

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Teil A:  Historischer Teil: Die Herauskristallisierung der soziologischen Vernunft durch die Transformation der christlichen Heilslehre in eine säkulare Heilslehre

Einleitung

Spielte die Geschichte in der Antike keine große Rolle, da sie als ein Bereich der Veränderung und der Vergänglichkeit angesehen wurde gegenüber dem Bereich der Gestirne und der göttlichen Ideen, so rückte mit dem Judentum als eine Offenbarungsreligion das geschichtliche Geschehen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Geschichte des Volkes Israel mit Gott wurde von Abraham über Moses, David etc. als eine Heilsgeschichte wahrgenommen, an dessen Ende der Messias erwartet wurde. Das Christentum knüpft an die im Alten Testament verkündeten Verheißungen an und sieht in Jesus Christus die Verheißung des Kommens des Erlösers als erfüllt an und glaubt, dass am Ende aller Zeiten Christus ein zweites Mal erscheinen wird, um die Welt zu richten. Die Zwischenzeit wird als Zeit der Kirche im Sinne einer Zeit der Bewährung und Ausbreitung des Glaubens an Christus interpretiert. Dadurch kam es im Unterschied zum antiken Geschichtsverständnis zu einem linearen Verständnis der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit. Die zyklischen Theorien der Geschichte gehen von einem Kreis- bzw. Spiralmodell aus, die linearen Theorien der Geschichte gehen von einem Anfang und einem Ende aus. Die positiven Geschichtsphilosophien gehen von einem ständig wachsenden Fortschritt aus, die negativen Geschichtsphilosophien von einem wachsenden Abstieg und Verfall. Die linearen Geschichtsphilosophien unterscheiden sich darin, welche Stufen der Entwicklung vom Anfang bis zum...

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