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Paradoxien der soziologischen Vernunft und ihre Überwindung

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Heinz Georg Kuttner

Das Buch beleuchtet die Wechselwirkung zwischen Mensch und Gesellschaft. Da der Mensch nicht als ein biologisch, psychisch und sozial determiniertes Lebewesen angesehen werden kann, sondern als ein sinnenbegabtes Vernunftwesen, kommt ihm als selbständig denkendes und handelndes Wesen ein substantielles Sein und der Gesellschaft ein relationales Sein zu. An Stelle einer empirisch subjektlosen und einer konstruktivistisch objektlosen Konzeption der Soziologie verfolgt der Autor eine an der analogia entis orientierte Konzeption der Soziologie. Im Unterschied zu einer aposteriorisch orientierten empirischen und einer apriorisch orientierten soziologischen Vernunft geht eine am Naturrecht orientierte soziologische Vernunft davon aus, dass der Bereich der Freiheit und Determination, des Seins und Sollens nicht als disjunkte, sondern als komplementäre Bereiche anzusehen sind. Von daher lässt sich normativ begründen, ob eine Gesellschaft gerecht oder ungerecht ist.
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Teil B: Systematischer Teil

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Teil B:  Systematischer Teil

Kapitel I:         Die Paradoxien einer am Empirismus orientierten soziologischen Vernunft ohne Subjekte

1.  Die philosophische Grundlage des Empirismus

a)  David Humes Konzeption des Empirismus

David Hume war es gewesen, der streng zwischen Sinneseindrücken (impressions) und Ideen (ideas) unterschied und unter Sinneseindrücke alle unmittelbaren Wahrnehmungen im Sinne von Sinnesdaten (sense-data) und unter Ideen alle Erinnerungen an vergangene Geschehnisse und alle Vorstellungen verstand. Auf der Basis des Empirismus gelangte Hume zu der Überzeugung, dass alle Ideen, wie komplex sie auch immer sein mögen, letztlich auf einfache Sinneseindrücke zurückführbar seien. Danach existiert nichts im Verstand, das nicht vorher durch die Sinne in ihn eingegangen ist. Auch alle Phantasien und Träume gehen nach ihm auf Sinneseindrücke zurück. Hume lehnte deshalb konsequent alle Vorstellungen, die sich nicht auf eine empirische Basis der Sinnesempfindungen zurückführen lassen, ab. Konsequent lehnte er auch die Idee einer Außenwelt ab. Diese falsche Vorstellung einer vom Bewusstsein unabhängige Welt beruht nach ihm auf bestimmten Gewohnheiten. Im Traktat über die menschliche Natur stellt er fest241, dass sich der Glaube an die Existenz der Außenwelt nicht rational begründen lässt, weil die einzige Quelle unseres Wissens über die Außenwelt unsere Sinneseindrücke sind. Die Sinne liefern uns nur die Wahrnehmung selbst, aber nicht die Information, dass diese Wahrnehmung von etwas außerhalb ihrer selbst verursacht wird.

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