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Grundsätze angemessener Vorstandsbezüge

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Christina Kaiser

Dieses Buch untersucht die gesetzlichen Regelungen zur Begrenzung der Vorstandsgehälter. Ausgehend von den USA haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten auch in Deutschland teilweise astronomische Steigerungen der Vorstandsvergütungen ergeben. So erzielten Vorstandsvorsitzende wie der Porschevorsitzende Wedekind laut Gehaltsdaten aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 77,4 Millionen Euro. Möglich wird dies mit Hilfe komplexer Vergütungssysteme. Der Untersuchung vorangestellt wird eine Erörterung des Themas aus ökonomischer Sicht. Die Höhe des Einkommens ist ein Produkt von Anreizen, die Leistung und Erfolg belohnen. Fraglich ist allerdings, ob von den derzeit bestehenden Vergütungssystemen nicht auch gefährliche Anreize zu kurzfristigem Fehlverhalten ausgehen.
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Teil C: Negative und positive Anreizsetzung

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I. Negative Anreizsetzung durch Gesetze

1. Anreizrahmen des Vorstands

Erkennen Aufsichtsrat oder Anteilseigner opportunistisches Verhalten eines Managers, so können sie, wenn die Voraussetzungen des § 93 Abs. 2 AktG vorliegen, Schadensersatz vom Vorstand verlangen, unter den Voraussetzungen des § 84 Abs. 3 S. 1 AktG seine Bestellung widerrufen oder ihm gem. §Abs. 3 S. 1 i.V.m. § 84 Abs. 3 S. 5 AktG den Anstellungsvertrag kündigen.

Außerdem führt eine öffentliche Diskussion über evtl. Fehlverhalten eines Vorstandsmitgliedes immer auch zu dessen Reputationsverlust. All diese Möglichkeiten ex-post auf ein Fehlverhalten eines Vorstandsmitgliedes zu reagieren sind jedoch mit teilweise erheblichen Folgekosten für die Gesellschaft verbunden. Hierzu zählen der Reputationsverlust des Unternehmens, die Kosten eines Rechtsstreites und die Kosten, die mit dem Verlust eines eingearbeiteten Managers mit spezifischem Unternehmenswissen und einer Neubesetzung des Vorstandspostens einhergehen. Wichtiger ist es daher die Anreizfunktion der gesetzlichen Regeln zur Haftung und zur Beendigung des Dienstverhältnisses zu betrachten. Die oben aufgezählten negativen Konsequenzen, die das Fehlverhalten eines Managers nach sich ziehen können, führen dazu, dass er versucht pflichtwidriges Verhalten ex-ante zu vermeiden. Haftung, Abbestellung und Kündigung zählen daher zu den sogenannten „Negativ-Anreizen“.

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