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Grundsätze angemessener Vorstandsbezüge

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Christina Kaiser

Dieses Buch untersucht die gesetzlichen Regelungen zur Begrenzung der Vorstandsgehälter. Ausgehend von den USA haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten auch in Deutschland teilweise astronomische Steigerungen der Vorstandsvergütungen ergeben. So erzielten Vorstandsvorsitzende wie der Porschevorsitzende Wedekind laut Gehaltsdaten aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 77,4 Millionen Euro. Möglich wird dies mit Hilfe komplexer Vergütungssysteme. Der Untersuchung vorangestellt wird eine Erörterung des Themas aus ökonomischer Sicht. Die Höhe des Einkommens ist ein Produkt von Anreizen, die Leistung und Erfolg belohnen. Fraglich ist allerdings, ob von den derzeit bestehenden Vergütungssystemen nicht auch gefährliche Anreize zu kurzfristigem Fehlverhalten ausgehen.
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Teil E: Untersuchung der Vorstandsvergütungsentwicklung

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Kritik an der Vorstandsvergütung wird vor allem dann laut, wenn ein Unternehmen beschließt Arbeitsplätze zu streichen, Löhne zu senken oder es sogar von Insolvenz bedroht ist. Eine Insolvenz führt neben dem Verlust aller Arbeitsplätze auch zu Verlusten der Eigen- und Fremdkapitalgeber. Nimmt das Unternehmen staatliche Hilfe in Anspruch, trägt zusätzlich auch der Steuerzahler die Gehälter der Vorstandsmitglieder mit.

Ein der Unternehmensleitung häufig gemachter Vorwurf ist der, dass die, durch die Vorstandsleistung herbeigeführte Unternehmenswertsteigerung durch eine Vergütung belohnt werde, die über einen gewissen kritischen Punkt hinaus geht, so dass die Vergütung oberhalb dieses kritischen Punktes effektiver in Arbeitnehmer investiert werden könnte. Die öffentliche Debatte richtet sich daher vor allem direkt gegen die absolute Höhe von Vorstandsgehältern und verstärkt sich in Krisenjahren.

Um die Diskussion und ihre Argumente richtig einordnen zu können, sollte man jedoch die tatsächliche Bedeutung der Vergütungszahlungen an Vorstandsmitglieder nicht überschätzen. So machte beispielsweise im Jahre 2007 die Bezüge der Vorstandsmitglieder 0,64% (2006: 0,65%) der Personalkosten aus. Dies bedeutet zugleich, dass 1,37% (2006: 1,17%) des Konzernergebnisses für die Vorstandsvergütung ausgegeben wurde.192

I. Entwicklung der Vorstandsvergütung von 1976–2007

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