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Grundsätze angemessener Vorstandsbezüge

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Christina Kaiser

Dieses Buch untersucht die gesetzlichen Regelungen zur Begrenzung der Vorstandsgehälter. Ausgehend von den USA haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten auch in Deutschland teilweise astronomische Steigerungen der Vorstandsvergütungen ergeben. So erzielten Vorstandsvorsitzende wie der Porschevorsitzende Wedekind laut Gehaltsdaten aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 77,4 Millionen Euro. Möglich wird dies mit Hilfe komplexer Vergütungssysteme. Der Untersuchung vorangestellt wird eine Erörterung des Themas aus ökonomischer Sicht. Die Höhe des Einkommens ist ein Produkt von Anreizen, die Leistung und Erfolg belohnen. Fraglich ist allerdings, ob von den derzeit bestehenden Vergütungssystemen nicht auch gefährliche Anreize zu kurzfristigem Fehlverhalten ausgehen.
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Teil I: Sonderstellung der Finanzinstitute

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Innerhalb der Branchen nehmen Finanzinstitute bei der Betrachtung der verschiedenen Vergütungssysteme eine Sonderstellung ein. Die Vergütungssysteme der Manager in der Finanzbrache unterliegen in erhöhtem Maße dem Risikomanagement des Unternehmens. Im Zuge der im Jahre 2007 beginnenden Finanzkrise und der folgenden Insolvenz von Lehman Brothers in den USA und Deutschland im September 2008 ist u.a. das Problem der schlechten Steuerung von Managern durch Vergütung für alle sichtbar geworden. Warum ist gerade bei Managern von Finanzinstitutionen die optimale Anreizsetzung mit Hilfe von Vergütungssystemen besonders schwierig?

Ein Manager sollte grundsätzlich Bereitschaft zeigen unternehmerische Risiken einzugehen. Im Falle von Finanz- und Versicherungsinstituten ist es anders als bei Produktionsunternehmen so, dass das Eingehen von finanziellen Risiken zum Kerngeschäft gehört. Dies führt dazu, dass bei der Setzung der Anreize für Vorstände durch speziell designte Vergütungssysteme die Schwierigkeit besteht, die Risikofreudigkeit des Managers durch falsche Anreizsetzung nicht zu überspannen. Die besonders schwerwiegenden Folgen von zu risikofreudigen Managern im Finanzdienstleistungssektor waren während der Finanzkrise nicht nur wirtschaftliche Einbußen der Anteilseigner, sondern Verluste der Bankkunden und Liquiditätsengpässe der Banken bis hin zu Bankenzusammenbrüchen. Hier kam es also zu einem Marktversagen, der seinen Grund auch in falscher Anreizsetzung der Vorstände hatte.

I. FSB Standards für Vergütungssysteme und CRD III-Richtlinie

Bereits im April 2008 hatte das FSB im so genannten „Draghi-Report“ einen Zusammenhang zwischen der Ausgestaltung der Vergütungssysteme und unvertretbar...

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