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Chancen der Weiterentwicklung der Musikerziehung durch den interkulturellen Dialog zwischen Europa und Asien

Anhand der Beispiele Österreich und Südkorea

Ji Sun Kim

Das Buch beschäftigt sich in Form einer Meinungsforschung unter südkoreanischen Studierenden und Professor/innen der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit soziokulturellen Hintergründen und Erwartungen dieser Studierenden. Anlass ist die offensichtliche Tatsache, dass aus der westlichen Kunstmusik der Gegenwart asiatische Künstler/innen nicht mehr wegzudenken sind. Westliche Kunstmusik ist für südkoreanische Studierende nicht länger fremdes Kulturgut, vielmehr ist sie von klein auf Teil ihrer kulturellen Identität. Die Autorin legt mit ihrem Buch den Grundstein für einen besseren interkulturellen Dialog in der Musikerziehung, von dem Studierende und Ausbildungsstätten profitieren können.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

1.1 Kontexterläuterung, Relevanz des Themas

Westliche Kunstmusik ist in Südkorea wie auch in Japan und anderen südostasiatischen Ländern als Statussymbol für das Bildungsbürgertum seit langem etabliert. Das Fundament dieser Popularität wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts gelegt, als die neu angekommenen westlichen Missionare und Diplomaten westliche Kunstmusik nach Korea brachten, wo sie an Beliebtheit die koreanische traditionelle Musik bald übertraf. In weiterer Folge wurde durch die japanische Okkupation und die darauf folgende westliche Verwaltung die eigene koreanische Musik noch weiter in die Bedeutungslosigkeit zurückgedrängt.

Trotz dieser kulturellen Dominanz westlicher Kunstmusik war die Qualität der entsprechenden Ausbildung in Südkorea lange mangelhaft. Durch diesen Umstand setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein steter Strom südkoreanischer Studierender an die österreichischen, wie auch andere europäische und amerikanische Ausbildungsstätten ein.

Über Jahrzehnte mussten sich asiatische Studierende westlicher Kunstmusik mit Vorurteilen bezüglich Ihrer Authentizität als Interpreten auseinandersetzen. Doch diese Betrachtungsweise hat sich in der jüngeren Vergangenheit stark verändert. Aus der westlichen Kunstmusik der Gegenwart sind asiatische Künstler/innen nicht mehr wegzudenken, sind bei internationalen Wettbewerben stets auf den vorderen Plätzen zu finden, bringen Superstars der westlichen Kunstmusik hervor. Die Vorurteile vergangener Jahre erscheinen in diesem Zusammenhang nicht nur antiquiert, sondern werfen geradezu diplomatische Probleme auf:

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