Show Less
Restricted access

Rhetorik und Kulturen

Series:

Edited By Michel Lefèvre, Katharina Mucha-Tummuseit and Rainer Hünecke

Aus der Perspektive der Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft nehmen die Beiträge des Bandes das Zusammenspiel von Rhetorik und Kulturen vom 8.–21. Jahrhundert in den Blick. Rhetorische Konstruktionen tradieren, modifizieren und verweben kulturelle Strömungen als eine spezifische Kompetenz von kulturellem Ausdruck. Die Beiträge sind theoretisch und methodisch vielfältig ausgerichtet. Einige stellen empirische Analysen rhetorischer Gepflogenheiten bereit, die synchron innerhalb eines Systems Bestand haben und dieses konturieren, oder die diachron im Wechsel kultureller Strömungen auftauchen oder verschwinden.
Show Summary Details
Restricted access

Rainer Hünecke - Das protestantische Schuldrama. Rhetorik im Dienste der Popularisierung von Konfession

Extract

| 343 →

Rainer HÜNECKE

Dresden

Das protestantische Schuldrama. Rhetorik im Dienste der Popularisierung von Konfession

The institution of school drama is a milestone both in the establishment of urban bourgeois culture and in the popularization of denomination during the period of the 16th through the 18th century. Being an obligatory part of any higher education at school, school theater was a Pan-European phenomenon. Starting with the Reformation in Germany, school drama had gotten involved in denominational dispute. The example of a school drama from the 17th century will show how the typecasting and type characterization of dramatis personae was used to reinforce denominational identity. This ranges from the typecasting of characters by way of their speech acts in the regional dialect through the number and length of turns in dialogues on to mutual personal denigration by the dramatis personae.

Das Schuldrama und die Rhetorik

Schuldramen sind dramatische Texte mit vornehmlich pädagogisch-didaktischer Zwecksetzung, die für Aufführungen an Schulen und auch an Universitäten des 16. und 17. Jahrhunderts verfasst wurden und von Schülern bzw. Studenten aufgeführt wurden. Gattungsgeschichtlich ist das Schuldrama aus den frühhumanistischen Gesprächsspielen im Zuge der Rezeption des römischen Dramas und der Wiederentdeckung des dramatischen Werks von Plautus und Terenz entstanden. Verfasser dieser Stücke waren meist Schulmeister oder Geistliche. Der Stoff wurde aus der Antike, der Geschichte und besonders aus der Bibel entlehnt und diente vorrangig dazu, religi...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.