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Rechenschwierigkeiten vorbeugen

Kinder mit Lernschwierigkeiten in der Entwicklung ihrer frühen mathematischen Kompetenzen unterstützen

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Christina Ostertag

Es gibt viele Ansätze für das Kindergartenalter, Rechenschwierigkeiten vorzubeugen. Die Autorin untersucht eine Methode, die die Finger als Veranschaulichungsmittel verwendet. Vorschulkinder mit Lern- und Rechenschwierigkeiten wurden im Rahmen einer Einzelfallstudie über einen Zeitraum von mehreren Wochen mit der kym® gefördert. Überprüft wurden die mathematische Entwicklung und spezifische Fähigkeiten wie z. B. der Zahlensinn. Die Förderkinder erzielten nach einer kurzen Intervention deutlich höhere Lernzuwächse in ihrer mathematischen Entwicklung als die Kontrollkinder.
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5 Finger und ihre Rolle in der Entwicklung (früher) mathematischer Kompetenzen

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In den vorgestellten Ansätzen tauchen die Finger vereinzelt als Darstellungsmittel einer Zahl, z. B. vier Finger als eine Seite des Zahlenquaders 4 (vgl. KRAJEWSKI/NIEDING/SCHNEIDER 2007) oder eingebettet in Aktivitäten zur Darstellung einer Zahl auf (vgl. z. B. STEINWEG 2007; PEUCKER/WEIßHAUPT 2005). Vor dem Hintergrund, dass die Finger von den Kindern selbst häufig als erstes Veranschaulichungsmittel gewählt und genutzt werden, ist es erstaunlich, dass keiner dieser Förderansätze die Finger als geeignetes Darstellungsmittel explizit integriert und Zahlvorstellungen anhand dieser aufbaut. Verschiedene Autoren weisen immerhin darauf hin, dass die Finger den Erwerb verschiedener Lernprozesse und Fähigkeiten, die im Rahmen des Zählens und Rechnens erworben werden müssen, wirkungsvoll unterstützen können (vgl. Unterkapitel 5.2).

Das Zählen mit den Fingern und der Einsatz der Finger wurden in der schulischen Erziehung und der breiten Öffentlichkeit lange missbilligt (vgl. BENDER/BELLER 2012, S. 156). Im Unterkapitel 5.1 wird deshalb zunächst ein historischer Überblick über die „Arbeit mit den Fingern“ in Deutschlands Schulen gegeben. In diesem wird deutlich, dass die Finger Anfang des 20. Jahrhunderts eine durchaus bedeutende Rolle in der Schule spielten. In diesem Zusammenhang wird vor allem die Verwendung der Finger in der damaligen „Hilfsschule“ betrachtet.

Die Bedeutung der Finger für die numerische Entwicklung von Kindern und Erwachsenen wird in den letzten Jahren breit diskutiert und unterschiedlich bewertet. BUTTERWORTH (1999) betonte frühzeitig ihre wichtige Rolle für das numerische Denken (vgl. BENDER/BELLER 2012, S. 157) und...

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